Mittwoch, 21.09.2011




Israelische Schauspielerin bricht Weltrekord für längste Karriere

Die israelische Schauspielerin Hanna Meron hat den Weltrekord für die längste Karriere gebrochen und wird damit ins „Guinness Buch der Rekorde“ aufgenommen.

Die Schauspielerin, in Israel auch als „First Lady des israelischen Theaters“ bezeichnet, wurde 1923 als Hanna Meierzak in Berlin geboren und begann ihre Schauspielkarriere bereits im Alter von vier Jahren. 1931 spielte sie in dem Film „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ von Fritz Lang eines der Opfer des von Peter Lorre verkörperten Kindermörders. Sie trat jedoch auch in zahlreichen Theaterstücken und Hörspielen auf und war in der Weimarer Republik als Kinderdarstellerin sehr bekannt.

Zwei Jahre nach „M“ floh die Familie aus dem nationalsozialistischen Deutschland ins damalige britische Mandatsgebiet Palästina. Dort setzte die Tochter ihre Karriere am Theater fort und spielte im Laufe ihres Lebens an allen großen Bühnen. Nach dem Krieg, während dem sie sich der britischen Armee angeschlossen hatte, spielte sie zunächst lange am Cameri-Theater.


Hanna Meron (rechts) 1949 (Foto: wikimedia)

Auch nach dem Verlust eines Beines bei dem Terroranschlag auf die El Al-Maschine in München 1970 spielte sie weiter. Sie engagierte sich für eine Aussöhnung mit den Palästinensern und gehörte der Delegation an, die Yitzhak Rabin zur Unterzeichnung der Oslo-Verträge begleitete. Zudem spielte sie in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen.

Zurzeit steht Hanna Meron wieder im Cameri in einem Stück von Hanoch Levin auf der Bühne und kann damit auf eine 83-jährige Karriere zurückblicken. Ihr Sohn Amnon Rechter erklärte gegenüber der Presse, seine Mutter sei „amüsiert und aufgeregt“ über den Weltrekord.

(Haaretz, 20.09.11)