Donnerstag, 10.11.2011




Zehn Jahre ConAct gewürdigt

Seit einem Jahrzehnt laufen bei ConAct die Fäden in Sachen Jugend- und Fachkräfteaustausch zwischen Deutschland und Israel zusammen. Dieses Jubiläum wurde in dieser Woche würdig begangen.

Auftakt der mehrtägigen Jubiläumsveranstaltung war am Montag ein Festakt im Schloss Bellevue. Hier empfing Bundespräsident Christian Wulff gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Kristina Schröder nicht nur hochrangige Gäste wie den Botschafter des Staates Israel in Deutschland, Yoram Ben-Zeev, sondern auch zahlreiche deutsche und israelische Jugendliche.


Bei der Festveranstaltung (Foto: R. Zuntz)

Ben-Zeev würdigte in seiner auf Deutsch gehaltenen Rede die Wichtigkeit des Jugendaustauschs und erklärte:

"Die direkte Begegnung von Menschen ist […] durch nichts zu ersetzen. Das gilt ebenso für den Besuch im jeweils anderen Land. Das Erfassen der Lebensrealität der Partner erweitert den Blick und fördert das Verständnis füreinander.
Die Freundschaften, die bei solchen Begegnungen entstehen, halten oft jahrelang – manchmal sogar ein Leben lang. Die Teilnehmer am Jugendaustausch können auch zu ausgezeichneten Multiplikatoren werden."


Ben-Zeev mit Musikerinnen (Foto: R. Zuntz)

Christian Wulff würdigte die Arbeit von ConAct stellvertretend für die Vielzahl von Projekten der deutsch-israelischen Jugendarbeit. Sein Amtsvorgänger Johannes Rau hatte Ausbau und Vertiefung der deutsch-israelischen Jugendkontakte während einer Israelreise angeregt. Daraus hervorgegangen sind im Jahr 2001 Koordinierungszentren in beiden Ländern.

Seither berät und fördert ConAct jährlich rund 300 Austauschprojekte mit mehr als 7.000 Jugendlichen für Begegnungsprogramme in Deutschland und Israel. Seit seiner Gründung konnte ConAct rund 70 neue Projektpartnerschaften für den Jugend- und Fachkräfteaustausch initiieren. In mehr als 100 eigenen Veranstaltungen erhielten rund 4.000 deutsche und israelische Fachkräfte der Jugendhilfe gemeinsam die Möglichkeit, sich fortzubilden und ihre Austauscharbeit weiter zu entwickeln.


Ben-Zeev und Wulff bei der Veranstaltung (Foto: R. Zuntz)

2010 wurde als weiterer Meilenstein das deutsch-israelische Freiwilligenprogramm „Kom-Mit-Nadev“ ins Leben gerufen. Erstmals in der langen Geschichte deutsch-israelischer Jugendkontakte lädt das Programm eine größere Anzahl junger Menschen aus Israel für einen Freiwilligendienst in Projekte der deutschen Zivilgesellschaft ein.

Zu "Kom-Mit-Nadev" sagte der Botschafter: "Dies ist ein schönes Beispiel dafür, dass unsere bilateralen Beziehungen nicht statisch sind. Sie entwickeln sich immer weiter."

Die Austauscharbeit bleibt auch weiterhin richtungsweisend für die Zukunft. Die deutsch-israelische Fachtagung mit dem Titel „Gemeinsam Erinnern – Engagement teilen – Vielfalt leben“ in dieser Woche in Lutherstadt Wittenberg hat sich diesen Themen intensiv gewidmet. Rund 180 deutsche und israelische Fachkräfte, Begegnungsleiter und –leiterinnen, sowie Referenten und Referentinnen aus dem Feld der deutsch-israelischen Begegnungs- und Jugendarbeit diskutierten während der vergangenen drei Tage in Wittenberg intensiv die drei Themenschwerpunkte und entwickelten dabei Perspektiven für die pädagogische Arbeit der kommenden Jahre. 

Gestern endeten die Feierlichkeiten mit dem Abschluss der deutsch-israelischen Fachtagung in Wittenberg.

Mehr über ConAct: www.conact-org.de/