Montag, 28.11.2011




Marihuana gegen PTBS

Eine Studie der Universität Haifa gibt Anlass zu der Hoffnung, dass eine Dosis medizinischen Marihuanas direkt nach einem Unfall das Auftreten einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) verhindern könnte.

Dr. Irit Akirav hat in einem Versuch an Ratten getestet, wie diese auf die Gabe medizinischen Marihuanas reagieren, nachdem sie ungewöhnlichem Stress ausgesetzt waren. Wenn diese Ratten auch, genau wie die Tiere einer Vergleichsgruppe, zunächst hohe Anzeichen von Angst gezeigt hatten, zeigten sie dieselben Anzeichen eine Woche später nicht mehr, nachdem ihnen zwei oder 24 Stunden nach dem traumatischen Erlebnis Marihuana gegeben worden war.


Irit Akirav (Foto: MFA)

"Dies zeigt, dass das Marihuana nicht das Erlebnis des Traumas selbst ausgelöscht hat, sondern dass es gezielt die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung verhindert hat", so Akirav.

Ratten reagieren auf traumatische und stressige Erlebnisse ähnlich wie Menschen, so die Wissenschaftlerin. Daher bemüht sie sich nun um die Finanzierung einer neuen Studie. Diesmal soll die Wirkung von Marihuana auf Menschen getestet werden.

Akirav betont, dass es nicht darum geht, die traumatische Erinnerung an das Ereignis auszulöschen. "Auch Menschen, die keine PTBS entwickeln, sind zumindest noch eine Weile nach einem Trauma ängstlich, und das ist eine normale Reaktion auf eine schreckliche Erfahrung", so die Forscherin.

(Außenministerium des Staates Israel, 28.11.11)