Mittwoch, 21.12.2011




"Comic-Oscar" geht an israelischen Laden

Als Yuval Sharon und Danny Amitai 2001 in Tel Aviv ihren Comic-Laden "Comics N´ Vegetables" eröffneten, steckte die Comic-Kultur in Israel noch in den Kinderschuhen. Nicht wenige waren skeptisch, ob dieses englisch dominierte Medium in Israel eine echte Chance hätte.

Heute, zehn Jahre später, haben Sharon und Amitai die größte Auszeichnung der Welt der Comics gewonnen: Sie sind Preisträger 2011 des "Will Eisner Spirit of Comics Retailer Award". Der Preis geht jedes Jahr an einen Comic-Laden, der "einen außergewöhnlich guten Job bei der Unterstützung des Mediums Comic in der Community und in der Industrie insgesamt gemacht hat". Der Eisner-Award wird bereits seit 1993 verliehen, doch dies ist erst das dritte Mal, das er an einen Händler außerhalb der USA geht.


Sharon und Amitai (Foto: Comics ´N Vegetables)

"Damit haben wir bewiesen, dass man nicht in den USA sein muss, um zu gewinnen", so Sharon. "Wir sind der kleine Laden, der es geschafft hat."

Sharon hat schon in frühster Kindheit seine Leidenschaft für Comics entdeckt. Damals, in den 1980ern, waren Comics noch eine Seltenheit in Israel, und ganz besonders solche auf Hebräisch. Heute gibt es hervorragende israelische Comics und Graphic Novels, und auch die Akzeptanz für das Medium ist in Israel gewachsen. "Heute schämen sich Menschen nicht mehr zuzugeben, dass sie Comic-Fans sind", so Sharon. Die israelischen Comics fänden allerdings vor allem in Israel selbst Verbreitung. "Die meisten israelischen Comics sind für Israelis, doch ich glaube, das wird sich bald ändern", erklärt Sharon. "Ich denke, Menschen im Ausland werden bald mehr von israelischen Comic-Autoren hören."

(Außenministerium des Staates Israel, 20.12.11)