Montag, 30.01.2012




Frauen in der israelischen Politik

Seit Beginn der zionistischen Bewegung waren die Rechte der Frauen in der Politik ein viel diskutiertes Thema. Bereits am ersten Zionistenkongress 1897 durften Frauen teilnehmen – damals ein durchaus fortschrittlicher Schritt. Das Wahlrecht wurde ihnen allerdings zu diesem Zeitpunkt noch verweigert.


Golda Meir, Ministerpräsidentin (Foto: US Congress Library)

Das Wahlrecht erhielten die Frauen des Yishuv, der jüdischen Bevölkerung Palästinas vor der Staatsgründung, erstmals für die Wahlen zur Abgeordnetenversammlung 1920. Von den 299 Abgeordneten der ersten Versammlung waren 15 Frauen, die zweite Versammlung hatte bereits 23 weibliche Abgeordnete.

In der ersten Sitzung der zweiten Versammlung 1926 hieß es: "Die zweite Abgeordnetenversammlung ruft die Rechtegleichheit der Frauen in allen Bereichen des zivilen, politischen und wirtschaftlichen Lebens des hebräischen Yishuv aus und fordert von der Regierung, die Rechtegleichheit in den Gesetzen des Landes sicherzustellen."

Somit sind die Weichen für die Beteiligung von Frauen in der israelischen Politik gestellt.


Shelley Yachimovich, gegenwärtige Vorsitzende der Arbeitspartei (Foto: Yahoo)

Mit Golda Meir hatte Israel bereits 1969 eine Ministerpräsidentin – also zu einer Zeit, als in den meisten europäischen Staaten Frauen nicht einmal davon zu träumen gewagt hätten, an der Spitze einer Regierung zu stehen. Meir war weltweit die dritte Regierungschefin.

Das gegenwärtige Regierungskabinett hat mit Orit Noked, Limor Livnat und Sofa Landwer drei Ministerinnen. In der 18. Knesset sind von 120 Abgeordneten 23 weiblich.