Montag, 30.01.2012




Justiz: Mehrheit der israelischen Richter ist weiblich

Äußerst positiv stellt sich die Situation der Frauen im israelischen Rechtssystem dar. So sind mehr als die Hälfte der 646 israelischen Richterstühle mit Frauen besetzt.

Mit der Juristin Daphne Barak-Erez (Jahrgang 1965) wird im Mai die jüngste Richterin der Geschichte des Obersten Gerichtshofs ihren Posten als Oberste Richterin antreten. Daphne Barak-Erez, Leiterin der juristischen Fakultät der Universität von Tel Aviv, kommt ursprünglich aus dem militärischen Bereich, wo sie als Militäranwältin tätig war.


Dorit Beinisch, Vorsitzende des Obersten Gerichtshofes (Foto: Haaretz)

Dem Obersten Arbeitsgericht Israels sitzt mit Nili Arad ebenfalls eine Frau vor, und mehr als 60 Prozent aller Arbeitsrichter sind Frauen. Zum Vergleich: In den USA sind nur knapp ein Fünftel der Bundesrichter weiblich, und auch auf Landesebene sind es mit 26 Prozent nur wenig mehr.

Ein Drittel aller Richter am Obersten Gerichtshof sind Frauen, einschließlich der zurzeit noch amtierenden Vorsitzenden Dorit Beinisch. 1977 wurde mit Miriam Ben-Porat in Israel erstmals eine Frau in den Obersten Gerichtshof gewählt, vier Jahre vor der ersten Frau am Supreme Court in den USA.

Auf der anderen Seite der Richterbank machen Frauen fast die Hälfte der 49.000 Anwälte in Israel aus. Frauen arbeiten als Rechtsberaterinnen für das Verteidigungsministerium, die Polizei, die Gewerkschaft und den Berufsbeamtenausschuss.