Freitag, 10.02.2012




Mindestens fünf Entführungsversuche seit Shalits Befreiung

Seit der Rückkehr von Gilad Shalit im Oktober vergangenen Jahres hat es im Norden Israels mindestens fünf weitere Versuche gegeben, israelische Soldaten zu entführen. Shalit war im Juni 2006 von palästinensischen Terroristen in Israel entführt und in den Gazastreifen verschleppt worden. Er konnte erst über fünf Jahre später im Austausch gegen 1.027 palästinensische Gefangene, die für den Tod von etwa 600 Menschen verantwortlich sind, befreit werden.

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) sehen einen direkten Zusammenhang zwischen dem Shalit-Deal und den vermehrten Entführungsversuchen. „Die Terrororganisationen wissen jetzt, dass Israel bereit ist, einen hohen Preis für entführte Soldaten zu zahlen, deswegen steigt die Motivation für weitere Entführungen“, erklärt Oberstleutnant Nir Golan, Militärpolizeikommandeur im ZAHAL-Nordkommando.


Soldaten trainieren Verhalten im Fall von Entführungsversuchen (Foto: ZAHAL)

Seit der Rückkehr von Gilad Shalit hat die Militärpolizei mit den Soldaten verstärkt das Verhalten bei Entführungsversuchen trainiert und das Bewusstsein für diese wachsende Gefahr geschärft. „Jeden Tag fahren verdeckte Terrorzellen durch Israel, um trampende Soldaten zu entführen“, so Nir Golan.

„In der letzten Zeit kam es zu zahlreichen besorgniserregenden Zwischenfällen, die auf Entführungsversuche hinwiesen. Wir versuchen, allen Soldaten die Sicherheitsvorkehrungen näher zu bringen. Zusätzlich zu dem Verbot zu trampen ist es auch wichtig, dass die Soldaten zu später Stunde nicht an Bushaltestellen stehen. Wir empfehlen ebenfalls, dass Soldaten ab Einbruch der Nacht mindestens zu zweit reisen“, erklärt der Direktor für Operationen im israelischen Verteidigungsministerium, Generalmajor Shmulik Kalmi. 

(Israelische Verteidigungsstreitkräfte, 09.02.12)