Mittwoch, 29.02.2012


 
Tanz

Der israelische Tanz hat sich von Beginn an in zwei verschiedene Richtungen entwickelt: Einerseits wurden seit der Frühzeit des zionistischen Pioniertums jüdische Volkstänze gefördert und ein israelischer Volkstanz entwickelt. Darüber hinaus waren Volkstänze aus den Ursprungsländern der Einwanderer beliebt.

Doch auch moderner künstlerischer Tanz war bereits seit den 1920er Jahren im damaligen Mandatsgebiet Palästina von Bedeutung. Auch hier brachten Einwanderer aus Europa Einflüsse aus ihren Heimatländern mit. Eine der Pionierinnen des modernen Tanzes in Israel war die ehemalige Wienerin Gertrud Krauss, die 1935 nach Palästina einwanderte.


Gertrud Krauss

Nach der Staatsgründung wurde der künstlerische Tanz durch eine Reihe von Ensembles, von denen jedes auf einer anderen Grundorientierung und einem anderen Stil basierte, zu einer Kunstform von hohem professionellem Niveau weiterentwickelt. Schon viele Jahre sind Tanzensembles wie die Batsheva Dance Company (gegründet 1964) und die Kibbuz Contemporary Dance Company international äußerst erfolgreich.

Die wichtigsten israelischen Ensembles sind das Inbal-Tanztheater, die Batsheva Dance Company, die Bat Dor Dance Company, die Kibbuz Contemporary Dance Company, Kol Dmama und das Israel-Ballett.


Batsheva Dance Company (Foto: D. Shankbone)

Zeitgenössischer Tanz aus Israel gilt als hochprofessionell, innovativ und anspruchsvoll. Das Suzanne Dellal Tanz-Zentrum im Tel Aviver Stadtteil Neve Tzedek veranstaltet seit mehreren Jahren jährlich eine "International Exposure" – eine Art Messe für Multiplikatoren aus dem Ausland, bei der herausragende israelische Produktionen vorgestellt werden. Seit seiner Eröffnung 1989 ist das Suzanne Dellal Zentrum das Mekka des Kunsttanzes in Israel geworden.


Suzanne Dellal Zentrum (Foto: A. Teicher)

Ebenfalls in Tel Aviv angesiedelt sind die Israelische Tanzbibliothek und das Israelische Tanzarchiv, die nicht nur als Zentren der Tanzlehre und -wissenschaft dienen, sondern auch Bücher zum Thema Tanz sowie die Zeitschrift Israel Dance Annual herausgeben.

Die Tanzabteilungen der Rubin-Akademien für Musik und Tanz in Jerusalem und Tel Aviv, die Bat-Dor-Studios, die Talma-Yellin-Schulen in Tel Aviv und eine Reihe von anderen Tanzschulen und Workshops im ganzen Land bieten Tanzausbildungen an.

Wichtige Beiträge Israels auf dem Gebiet der Bewegungs- und Tanzerziehung sind die bekannte Feldenkrais-Methode (entwickelt von Moshe Feldenkrais), die in der ganzen Welt gelehrt wird, und das Eshkol-Wachman-Bewegungsnotationssystem, eines der drei bekanntesten Systeme zur schriftlichen Aufzeichnung von Tanz und Bewegung.