Montag, 12.03.2012




Raketenterror gegen Israel - Über 190 Raketen in vier Tagen

Seit Freitag haben palästinensische Terroristen aus dem Gazastreifen über 190 Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Mehr als eine Million Israelis leben in Reichweite der Raketen. Und der Raketenbeschuss hält weiter an: Allein in der Nacht zum Montag schlugen 25 Raketen auf israelischem Gebiet ein. Fünf Menschen wurden seit Freitag verletzt, einer davon schwer.


Ashdod, heute Morgen (Foto: Reuters)

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte hatten am Freitag Zuhir Kaisi, den Chef der Terrororganisation Volkswiderstandskomitee (PRC), getötet, der für mehrere Terroranschläge verantwortlich war und weitere Anschläge geplant hatte. Konkret plante das Volkswiderstandskomitee einen großangelegten Anschlag auf Israel über den Sinai in den kommenden Tagen. Zudem war Kaisi zuständig für den Transfer von Geldern der Hisbollah an Terrororganisationen im Gazastreifen.

Ministerpräsident Binyamin Netanyahu erklärte zu den Vorfällen: "Wir werden weiterhin gegen jeden vorgehen, der plant, Bürger des Staates Israel anzugreifen. Gleichzeitig werden wir die Verteidigung an der Heimatfront weiter verbessern, einschließlich der Installation zusätzlicher Iron-Dome-Batterien, deren Effektivität im Laufe des Wochenendes bewiesen wurde."


Flucht in den Bunker, Ashdod am Sonntag (Foto: Reuters)

Außenminister Avigdor Lieberman sagte in einem Radio-Interview mit "Galei ZAHAL", der getötete Terrorchef sei eine tickende Bombe gewesen. Die Regierung bemühe sich um Zurückhaltung und sei nicht auf Abenteuer oder Provokationen aus. Die Sicherheit der Bürger müsse jedoch gewährleistet werden.

Zwei Grad-Raketen schlugen in Beer Sheva ein, wegen eines Defekts der Iron-Dome-Batterie in der Stadt. Eine Schule wurde getroffen und teilweise zerstört. Da aufgrund des Raketenbeschusses alle Schulen im Süden Israels geschlossen sind, wurden keine Kinder verletzt. Mehrere Häuser und Autos wurden durch den Raketenbeschuss beschädigt. Bisher haben die Iron-Dome-Batterien 49 Raketen abwehren können und somit mehr als 90 Prozent der Raketen abgefangen, die sie anvisiert hatten. Eine weitere Iron-Dome-Batterie soll in den kommenden Wochen installiert werden. 2011 wurden mehr als 600 Raketen auf Israel abgefeuert.


"Iron Dome" bei der Arbeit (Foto: AFP)

Heute wurden unter anderem Autos und Geschäfte im Zentrum der Stadt Ashdod durch Raketen beschädigt. Außerdem schlugen auch Raketen nördlich der Stadt Gedera ein.

In Reaktion auf den anhaltenden Raketenbeschuss hat die Israelische Luftwaffe in den vergangenen Tagen mehrere Ziele im Gazastreifen angegriffen, die als Basis für terroristische Aktivitäten dienen. ZAHAL-Sprecher Brigadegeneral Mordechai erklärte dazu: „Wir werden es nicht zulassen, dass diese unerträgliche Situation weiterhin das Leben der Bürger im Süden Israels belastet. Kein Land der Welt würde das zulassen und wir werden weiterhin gegen jede aktive Terrorzelle im Gazastreifen vorgehen.“ Mordechai erklärte weiter, dass die Terrororganisation Hamas für die Angriffe verantwortlich sei, da sie den Raketenbeschuss auf Israel nicht unterbindet.

Auch während des anhaltenden Raketenbeschusses werden weiterhin Güter über den Keren Shalom Grenzübergang geliefert. Heute Vormittag griffen Terroristen zwar auch drei Lastwagen mit Hilfsgütern an, doch die Lieferungen sollen nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt werden, so der ZAHAL-Sprecher.

(Außenministerium des Staates Israel/Israelische Verteidigungsstreitkräfte, 09.-12.03.12)

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, erklärte zu den Angriffen:

„Nur als einen real gewordenen Albtraum kann man das letzte Wochenende im Süden Israels bezeichnen. Anstatt Sonnenschein und Entspannung herrscht Raketenhagel und ein Schauer aus Hass und Zerstörung -  Absender sind wieder einmal brutale Terroristen aus dem Gazastreifen. Dass die über 150 Raketen auch ein israelisches Schulgebäude, welches glücklicherweise bereits evakuiert war, trafen, scheint weltweit kaum Beachtung zu finden. Dass eine Million Menschen in Reichweite der Raketen leben und nur ein paar Sekunden Zeit haben, sich und ihre Kinder vor den Einschlägen in Schutz zu bringen und genau das mittlerweile ihren „normalen“ Alltag beschreibt, findet ebenso wenig Erwähnung. Ich hoffe, dass dieser Alptraum aus Gewalt und Bedrohung bald endlich und endgültig vorüber sein wird.“

(Zentralrat der Juden in Deutschland, 12.03.12)

Jochen Feilcke, der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Berlin und Potsdam, sagte:

„Die Deutsch-Israelische Gesellschaft in Berlin und Potsdam ist besorgt und beunruhigt über die zunehmende Gewalt seitens der Palästinenser. Es wird höchste Zeit, dass die Bundesregierung in der Europäischen Union ein gemeinsames Vorgehen zur Verurteilung dieser ungerechtfertigten terroristischen Aktivitäten und Aktionen erreicht. Wir stehen ohne Wenn und Aber an der Seite Israels. Unsere Solidarität ist besonders dann gefordert, wenn unsere Freunde wie jetzt so massiv gefährdet und verletzt werden.“

(Deutsch-Israelische Gesellschaft in Berlin und Potsdam, 12.03.12)