Donnerstag, 22.03.2012




Prosor: UNO ignoriert Hetze ihrer Mitarbeiter

Der Gesandte Israels bei den Vereinten Nationen, Botschafter Ron Prosor, hat in einem Antwortbrief an die Untergeneralsekretärin für Humanitäre Angelegenheiten der Vereinten Nationen, Valerie Amos, erklärt, die UNO ignoriere Hetze seitens ihrer Mitarbeiter.

Der Brief bezog sich auf die Twitter-Nachricht der Vertreterin des Amtes für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) in Jerusalem, Khulood Badawi, die vergangene Woche das Bild eines palästinensischen Mädchens gepostet hatte, das angeblich bei einem israelischen Luftschlag getötet worden war. "Palestine is bleeding", besagte der Tweet. "Another child killed by Israel. Another father carrying his child to grave in Gaza."


Prosor (Foto: MFA)

Das Bild war jedoch weder neu noch zeigte es ein Opfer eines israelischen Luftangriffs: Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits 2006 darauf hingewiesen, dass das Mädchen bei einem Unfall umgekommen war.

Prosor hatte vergangene Woche in einem Brief an Amos die Entlassung Badawis gefordert. Amos hatte darauf geantwortet, die persönlichen Ansichten Badawis seien nicht die offiziellen der UNO-Organisation.

Prosor genügte diese Antwort nicht. In einem weiteren Brief vom Mittwoch erklärte er:

"Es ist nicht zu akzeptieren, dass die UNO […] eine Mitarbeiterin beschäftigt, die nicht einmal den minimalen Ansprüchen an einen UN-Mitarbeiter gerecht wird. Wie sollen wir uns einer Organisation gegenüber verhalten, die Mitarbeiter mit radikalen Ansichten beschäftigt und ihnen politische Aktivitäten frei stellt?", fragt Prosor in seinem Brief.

(Haaretz, 22.03.12)