Mittwoch, 30.05.2012




Reformrabbiner in Israel künftig offiziell anerkannt

Die nicht-orthodoxen Strömungen des Judentums haben in Israel einen historischen Sieg errungen: Zum ersten Mal wird der Staat offiziell konservative und Reform-Rabbiner anerkennen und ihre Gehälter zahlen, die ebenso hoch sein werden, wie die ihrer orthodoxen Kollegen.

Dies geht aus einer Mitteilung des Rechtsberaters der Regierung, Yehuda Weinstein, an den Obersten Gerichtshof hervor.


Im orthodoxen Judentum undenkbar: Frauen lesen an der
Klagemauer aus der Tora. (Foto: Flash90)

Der Staat finanziert seit Jahren die Gehälter von Rabbinern, die für verschiedene Städte und Gemeinden zuständig sind. Sie alle sind orthodox, die orthodoxe Ordination war bisher Voraussetzung für einen solchen Posten.

Bereits im Jahr 2005 hatten verschiedene Organisationen und auch eine Rabbinerin dagegen geklagt, da sie sich durch das Gesetz diskriminiert fühlten.

Nachdem ein Mediationsversuch gescheitert war, trug der Oberste Gerichtshof dem Staat auf, seine bisherige Haltung zu überdenken und die Zulassung von „nicht-orthodoxen Gemeinderabbinern“ zu prüfen.

Der Staat hat diesen Vorschlag des Obersten Gerichtshofes nun voll akzeptiert und angekündigt, in Zukunft auch nicht-orthodoxe Rabbiner zuzulassen und ihre Gehälter ebenso wie die ihrer orthodoxen Kollegen zu zahlen.

Der Oberste Gerichtshof muss über diese Ankündigung noch abschließend befinden.

(Maariv, 29.05.12)