Mittwoch, 19.12.2007




Ex-Militärgeheimdienstchef warnt vor dem Iran

Der frühere Chef des israelischen Militärgeheimdienstes (AMAN) Generalmajor Aharon Ze’evi-Farkash hat die jüngste US-Geheimdiensteinschätzung zum Iran auf das Schärfste kritisiert. In einem Seminar an der Hebräischen Universität legte er am gestrigen Dienstag führenden Politiker, ausländischen Diplomaten und hochrangigen Vertreter des Sicherheitsapparates die bisher bitterste und genaueste Analyse der NIE in Israel dar. Dabei konnte er sich hinsichtlich des Jahres 2003, in dem der Iran angeblich sein Atomprogramm gestoppt hätte, auf seine damalige Funktion als Geheimdienstchef berufen.

Ze’evi-Farkashi ist überzeugt, dass das „geheime iranische Militärprogramm weitergeht“. Die Unterscheidung der NIE zwischen militärischen und zivilen Programmen sei insofern „künstlich“, als die Anreicherung von Uran – an der kein Zweifel besteht - für beide notwendig sei.

Gleichzeitig verwies er auf das Indiz des andauernden Boden-Boden-Raketen-Programms: „Kein Land würde ohne Atomwaffenambitionen so viele Milliarden Dollar in Boden-Boden-Raketen-Programme investieren.“

Er kam zu dem Schluss, dass die NIE der Bush-Administration die militärische Option genommen, die internationale Unterstützung für härtere Sanktionen geschwächt und die Wahrscheinlichkeit verringert habe, dass die Türkei und moderate sunnitische Staaten eine Koalition gegen Teheran bilden würden. „Ironischerweise“, so Ze’evi-Farkashi, ebne die NIE nun geradezu den Weg für den Iran, seine atomaren Ziele zu erreichen“.

(The Jerusalem Post, 19.12.07)