Donnerstag, 04.10.2012


 
Gemeinsam
Nicht jede oder jeder in Israel kann sich so selbstverständlich einer ethnischen Gruppe zuordnen, wie es die Ausführungen von Dahan nahelegen. Ehen zwischen Aschkenasim und Misrachim sind häufig und werden immer häufiger. Dafür spricht auch, dass die letzte Untersuchung zu diesem Thema beinahe zwanzig Jahre alt ist.

2006 untersuchten zwei Wissenschaftlerinnen die Häufigkeit interethnischer Ehen in Israel, konnten jedoch lediglich auf Zahlenmaterial bis 1995 zurückgreifen.


Aschkenasim oder Misrachim? Israelis!

Demnach lag die Häufigkeit von Ehen zwischen Misrachim und Aschkenasim zwischen 1957 und 1961 bei 14% und war bis Anfang der 1990er Jahre auf 28% gestiegen. Einer Vorgängerstudie zufolge neigen im Land geborene Israelis eher dazu, Menschen aus einer anderen ethnischen Gruppe zu heiraten als solche, die im Ausland geboren sind.



Außerdem stellte in den früheren Jahren die Ehe mit einem aschkenasischen Partner für einen Misrachi häufig noch eine Art gesellschaftlichen Aufstieg dar, wenn der sozio-ökonomische Aufstieg bereits gelungen war: Misrachim, die wirtschaftlich erfolgreich waren, heirateten häufig Aschkenasim, die ihnen wirtschaftlich oder von der Ausbildung her unterlegen waren. Später allerdings heirateten Misrachim und Aschkenasim eher innerhalb ihres eigenen sozio-ökonomischen Status‘. Grundsätzlich sind interethnische Ehen unter Akademikern stärker verbreitet als unter Nicht-Akademikern.