Mittwoch, 09.01.2008




Israel protestiert gegen Raketenbeschuss aus dem Libanon

Israel hat bei der UNO Beschwerde gegen den jüngsten Raketenbeschuss aus dem Libanon eingelegt. Gestern waren zwei Katyusha-Raketen auf Shlomi im westlichen Galiläa abgefeuert worden.

Das Raketenfeuer stellt eine ernste Verletzung der UN-Sicherheitsratsresolution 1701 dar und ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Resolution nicht strikt umgesetzt wird. Dies bedroht Israel, die UNIFIL und die Stabilität der gesamten Region.

Israel warnt seit Monaten vor der militärischen Konsolidierung und dem Erstarken der bewaffneten Milizen im Südlibanon einschließlich der Hisbollah nördlich und südlich des Litani sowie vor dem andauernden Schmuggel syrischer und iranischer Waffen von Syrien in den Libanon. Israel fordert, dass die UNIFIL und die libanesische Regierung angesichts dieser alarmierenden Aktivitäten umgehend handeln.

Das Abfeuern von Katyushas vorletzte Nacht ist ein „Warnruf“ an die internationale Gemeinschaft und den Libanon, unverzüglich konkrete Schritte zur Umsetzung der Resolution 1701 vor Ort einzuleiten, einschließlich der sofortigen und bedingungslosen Freilassung der entführten Soldaten Regev und Goldwasser, wie es auch der UN-Generalsekretär und der Sicherheitsrat fordern. UNIFIL muss entschieden handeln, um die Resolution durchzusetzen und effektive Maßnahmen zur Verhinderung des Schmuggels syrischer und iranischer Waffen über die syrisch-libanesische Grenze ergreifen, um das Eindringen extremistischer Elemente in de Libanon zu unterbinden und – gemäß den Resolutionen des UN-Sicherheitsrates - alle bewaffneten Milizen und Organisationen im Libanon zu entwaffnen.

Parallel zu dem Protest bei den Vereinten Nationen prüft Außenministerin Tzipi Livni andere mögliche israelische Antworten auf das Katyusha-Feuer.

(Außenministerium des Staates Israel, 09.01.08)


Noch am Montag hat Israels Verteidigungsminister Ehud Barak auf einer geschlossenen Veranstaltung in Tel Aviv von einem Erstarken der Hisbollah gesprochen. Die libanesische Terrororganisation habe ihre Kapazitäten im Vergleich zum zweiten Libanonkrieg durch die Anschaffung von Raketen höherer Qualität und längerer Reichweite erweitert. Gleichzeitig sei das Inventar auch rein quantitativ erweitert worden.

Gemäß dem düsteren Szenario, das Barak entwarf, herrscht gegenwärtig freier Waffenverkehr zwischen Syrien und dem Libanon.

(Yedioth Ahronot, 07.01.08)