Montag, 17.12.2012




Prominente Tourguides im Israel-Museum

„Wir alle haben genug von diesen steifen Sitz-Dinners“, so Rachel Yanai, die Vorsitzende der Israelischen Freunde des Israel-Museums. Und dass der jüngste Spendenabend des Vereins ein langweiliges Abendessen gewesen sei, kann in der Tat niemand behaupten.

Denn als Yanai und ihre Kollegen darüber nachdachten, wie der Langeweile zu entkommen sei, kamen sie auf eine ungewöhnliche Idee: Sie fragten Prominente, ob sie bereit wären, für die Mitglieder Führungen durch das Museum anzubieten.

Und so konnten die Spenderinnen und Spender sich von dem Vorsitzenden der Bank Israel, Stanley Fischer, vom britischen Botschafter Matthew Gould oder von Adina Bar Shalom, der Tochter des spirituellen Führers der Shas-Partei, Rabbi Ovadia Yosef, durch Teile der Ausstellung führen lassen.


Netanyahu-Berater Isaac Molho und Stanley Fischer (Foto: Haaretz)

„Wir haben den prominenten Museumsführern empfohlen, über solche Ausstellungsstücke zu sprechen, die ihnen persönlich etwas bedeuten und über die sie aus persönlicher Sicht sprechen können“, so Yanai.

So wählte etwa Stanley Fischer die Rekonstruktion der 1736 gegründeten Synagoge von Surinam. „Ich war noch nie in Surinam“, so Fischer während seiner Führung. „Aber diese Synagoge erinnert mich an die Synagoge, mit der ich in Bulawajo aufgewachsen bin, im heutigen Simbabwe.“

Der Abend war ein voller Erfolg: Insgesamt kamen 1,6 Million Shekel (etwa 320.000 Euro) für die Bildungsarbeit des Museums zusammen.

(Haaretz, 17.12.12)