Mittwoch, 30.01.2013




Israel bestellt argentinischen Botschafter ein

Der argentinische Botschafter in Israel ist am Dienstag zu einem klärenden Gespräch ins Außenministerium in Jerusalem einbestellt worden.

Der stellvertretende Generaldirektor für Lateinamerika im Außenministerium, Botschafter Itzhak Shoham, erklärte dabei die israelische Verwunderung und Enttäuschung über die Entscheidung der argentinischen Regierung, mit dem Iran zu kooperieren, nachdem dessen Verantwortung für den Anschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum 1994 durch die Ermittlungen, die die argentinischen Behörden selbst durchgeführt hatten, aufgedeckt worden war.

Botschafter Shoham protestierte gegen das inakzeptable Verhalten der argentinischen Regierung gegenüber Israel seit Beginn der Kontakte zwischen Buenos Aires und Teheran.


Gedenkplatz für die israelische Botschaft in Buenos Aires (Foto: GPO)

Obwohl die Botschaft des Staates Israel in Buenos Aires zwei Jahre vor dem Anschlag auf das Gemeindezentrum bei einem Anschlag zerstört worden war (dabei wurden 29 Personen, einschließlich vierer israelischer Diplomaten getötet und 250 verletzt) und obwohl die Ergebnisse der argentinischen Ermittlungen auf die große Ähnlichkeit zwischen den Anschlägen und die Verwicklung des Iran und der Hisbollah in beide Anschläge hinausliefen, ist Argentinien der legitimen Bitte Israels nicht nachgekommen, über die neuen diplomatischen Schritte mit dem Iran informiert zu werden, noch darüber, wie Argentinien die Hintermänner vor Gericht bringen will.

Der argentinische Ansatz sei besonders enttäuschend, wenn man die intimen Beziehungen bedenke, die zwischen Israel und Argentinien bestünden, einem Land, das Israel sonst sehr freundschaftlich verbunden sei, fügte Shoham hinzu.

Botschafter Shoham erklärte darüber hinaus: „Ein Mangel an Entschlossenheit im Umgang mit Terrorismus bedeutet eine Botschaft der Schwäche. Wenn Argentinien entschieden mit dem Anschlag von 1992 auf die israelische Botschaft umgegangen wäre, hätte es den Anschlag auf das jüdische Gemeindezentrum 1994 vielleicht nie gegeben.“

(Außenministerium des Staates Israel, 29.01.13)