Donnerstag, 07.02.2013




Menachem Alon verstorben

Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Obersten Gerichtshofes und Träger des Israel-Preises, Menachem Alon, ist am Mittwoch verstorben.

Alon wurde 1923 in Düsseldorf in eine chassidische Familie geboren und gelangte 1934 mit seiner Familie zunächst in die Niederlande und schließlich ein Jahr später ins damalige Britische Mandatsgebiet Palästina.

Er lernte zunächst in einer Yeshiva und studierte dann an der Hochschule für Jura und Wirtschaftswissenschaften in Tel Aviv. Im Anschluss wurde er zum Rabbiner ordiniert und zum Rechtsanwalt vereidigt. 1948 trat er seinen Dienst als Jurist bei den Israelischen Verteidigungsstreitkräften (ZAHAL) an.


Richter Alon (Foto: Globes)

Später war er in verschiedenen Beraterfunktionen in der Regierung aktiv, bevor er eine wissenschaftliche Laufbahn am Lehrstuhl für Jüdisches Recht (Mishpat Ivri) einschlug. 1979 wurde er für seine Leitungen auf dem Gebiet des Jüdischen Rechts mit dem Israel-Preis ausgezeichnet.

Nachdem er bei der Wahl zum Staatspräsidenten 1983 Chaim Herzog unterlegen war, wurde er 1988 zum stellvertretenden Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofes berufen. Bis zu seiner Pensionierung 1993 blieb in dieser Funktion dem Obersten Gericht erhalten.

Alon war bekannt dafür, dass er seine Urteile gerne aus den religiösen Quellen herleitete.

Der ehemalige Vorsitzende des Obersten Gerichtshofes, Richter Aharon Barak, erklärte zu seinem Tod: „Es ist ein großer Verlust, für den es in der Welt des israelischen Rechts keinen Ersatz gibt.“

(Ynet, 06.02.13)