Mittwoch, 23.01.2008




EU-Kommissar Frattini übt europäische Selbstkritik

Der Vizepräsident der EU-Kommission und Kommissar für Gerechtigkeit, Freiheit und Sicherheit, Franco Frattini, hat gestern auf der Herzliya-Konferenz eingeräumt, dass die israelische Kritik am Verhalten der Europäischen Union gegenüber Israel in vielerlei Hinsicht berechtigt sei.

Grundsätzlich meinte er: „Es hat in den vergangenen Jahren ein großes Missverständnis zwischen Europa und Israel gegeben. Und Israels Sorgen sind berechtigt. Zu lange hat Europa zu sehr Israel für das Fehlen eines Friedens mit den Palästinensern verantwortlich gemacht. Wir, als Europäer, hätten Israels Sorgen früher verstehen müssen. Als Freunde war es unsere Pflicht, zu kritisieren, wenn wir fühlten, dass Kritik notwendig war; aber wir haben es zu oft und unfair getan. Wir haben von Ihnen verlangt, Risiken einzugehen, und oftmals haben wir Ihnen keine Zusicherungen gegeben, dass Sie nicht allein stünden, wenn die Dinge schlecht laufen würden. Glücklicherweise ändert sich nun Europas Einstellung zu Israel.“

Des Weiteren bezeichnete Frattini Israel als „zentralen und natürlichen Partner“ im Kampf gegen den Terrorismus und versicherte, dass das iranische Atomprogramm nicht lediglich ein Problem Israels, sondern ein Problem für die ganze Welt sei. Eine Zusammenarbeit mit der Hamas schloss er aus.

Weitere Informationen in englischer Sprache unter http://www.herzliyaconference.org/Eng/

(Herzliya-Konferenz, 22.01.08)