Montag, 13.05.2013




Prosor: Einige halten die Hisbollah immer noch für eine Wohltätigkeitsorganisation

Der Ständige Gesandte Israels bei den Vereinten Nationen, Botschafter Ron Prosor, hat am Freitag beim Treffen des UN-Sicherheitsrates zur Terrorismusbekämpfung eine Rede gehalten.


Botschafter Prosor während seiner Rede
(Foto: Ständige Vertretung Israels bei den UN)

Darin sagte er unter anderem:

„Israel wird weiterhin ständig von Terrororganisationen bedroht. Raketen, die die Hamas im Süden abfeuert, schlagen in unseren Städten ein. Und an unserer nördlichen Grenze nutzt die Hisbollah die Krise in Syrien aus, um die regionale Stabilität weiter zu unterminieren.

Israel ist bereits seit der Zeit vor seiner Gründung mit Terrorismus konfrontiert. Über Jahre war Terrorismus für viele in der internationalen Gemeinschaft lediglich ein abstraktes Konzept. Sie glaubten, Terroranschläge seien ein begrenztes Problem, das man am besten vor Ort lösen sollte.

Heute wissen wir, dass der Terrorismus überall und jederzeit zuschlagen kann. Es ist eine wachsende Industrie, die rund um die Uhr daran arbeitet, auf neue Märkte vorzustoßen. Seine Mission ist es, Demokratien zu schwächen und seine Vision, durch Gewalt Angst zu verbreiten. […] Um eine Industrie zu besiegen, benötigt man selbst eine ganze Industrie.

Israel arbeitet eng mit vielen Staaten und regionalen Organisationen zusammen, um die Kooperation auf dem Gebiet der Terrorismusbekämpfung zu verbessern. […]

Die [UN-]Counter-Terrorism Committees sind essentiell für die weltweiten Anstrengungen, Terroristen zu isolieren. Israel schätzt ihre hingebungsvolle Arbeit ebenso, wie die der anderen relevanten UN-Agenturen. Wir unterstützen alle vier Säulen der UN-Strategie zur weltweiten Terrorismusbekämpfung, die als ein großes Ganzes gesehen werden sollten. […]

Israel ist bereit, sein Wissen und seine Erfahrung zu teilen, die es in Jahren der Terrorismusbekämpfung gesammelt hat. Durch unsere fortgesetzte technische Kooperation und die Ausbildungs-Projekte möchten wir weiter zu den Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft bei der Terrorismusbekämpfung beitragen.

Jedes Jahr lädt Israel Spezialisten für Terrorismusbekämpfung ein, die jüngsten technologischen Entwicklungen und operativen Taktiken in der Terrorbekämpfung kennenzulernen. […]

An zu vielen Orten auf diesem Planeten sind alle Zutaten da, die es den Extremisten erlauben, die nächste Generation von Terroristen heranzuziehen. Auch hier in diesem Rat rechtfertigen viele Staaten bestimmte Terroristen, während sie andere verurteilen.

Im Gazastreifen finanziert, trainiert und bewaffnet der Iran die Hamas, den Islamischen Jihad und andere Terroristen. Der Iran hat der Hisbollah dabei geholfen, ihr Waffenarsenal im Libanon auf ungekannte Dimensionen auszuweiten. Sie verfügt nun über 50.000 – ich wiederhole 50.000 – tödliche Raketen. Iranische Akteure waren in Anschläge von Aserbaidschan bis Indien und von Thailand bis Kenia verwickelt. […]

Jetzt stehen wir vor der beängstigenden Möglichkeit, dass die Hisbollah bald ihre Hände auf große syrische Bestände chemischer Waffen legen könnte. Die Bedrohung dieser Waffen, die alles ändern würden, wenn sie in die Hände der Hisbollah gelangen würden, wird genährt durch [Hisbollah-Chef] Nasrallah selbst, der gestern gesagt hat […]: ‚Syrien wird dem Widerstand besondere Waffen geben, die er zuvor noch nie hatte.‘

[…] Viele Gerichtsurteile aus der ganzen Welt bezeugen die weltweite Reichweite der Hisbollah. Doch dies ist immer noch nicht ausreichend für einige EU-Mitglieder, um sie als das zu bezeichnen, was sie ist – eine Terrororganisation. Sie agiert straffrei auf europäischem Boden, doch einige europäische Gesetzgeber beharren darauf, sie sei eine Wohlfahrtsorganisation. […]

(Außenministerium des Staates Israel, 10.05.13)