Montag, 22.07.2013




Israel plant Freilassung von 82 palästinensischen Gefangenen

Israel plant, 82 der insgesamt 103 palästinensischen Gefangenen freizulassen, die vor der Unterzeichnung des Oslo-Abkommens 1993 inhaftiert worden waren. Die Freilassung ist eine Geste in Richtung der Palästinensischen Autonomiebehörde angesichts der Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen. Die Gefangenen werden nicht alle sofort freigelassen, sondern erst nach dem Ende des Ramadan und in vier Stufen im Verlauf der Verhandlungen.

Alle Gefangenen waren zwischen 25 und 30 Jahren inhaftiert, die meisten von ihnen sind Mitglieder der Fatah. Im Verteidigungsministerium glaubt man nicht, dass sie zukünftig ein Sicherheitsrisiko darstellen, sofern man ihr Alter und die geringe Wahrscheinlichkeit berücksichtigt, dass sie erneut Terrorakte begehen werden.

Die gefangenen Fatah-Mitglieder hatten vergeblich auf ihre Freilassung während vorangegangener Gesten des guten Willens und Gefangenenaustauschen gewartet, wie im Jahr 2003 bei der Rückgabe dreier Leichname von Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) und dem entführten Oberst Elhanan Tenenbaum, ebenso 2008, als die Überführung von zwei toten Soldaten der Reserve verhandelt wurde und zuletzt 2011 im Fall Gilad Shalit.

In Führungskreisen der ZAHAL wird die Freilassung von Langzeitgefangenen schon seit Längerem mit dem Argument unterstützt, dass dies die Position des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmoud Abbas stärke. 

(Haaretz, 22.07.13)