Dienstag, 01.10.2013




Präsident Peres besucht die Niederlande

Während seines Besuches in den Niederlanden wird Präsident Peres heute vor dem niederländischen Parlament sprechen.

Am Anfang des mehrtägigen Besuches stand am Sonntag der Besuch des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam, einem symbolischen Ort der Erinnerung an die Shoa nicht nur in den Niederlanden, sondern auf der ganzen Welt. Präsident Peres hatte dabei die Gelegenheit, einige originale Seiten des Tagebuchs Anne Franks zu betrachten.


Präsident Peres im Anne-Frank-Haus in Amsterdam (Foto: Präsidialamt)

Präsident Peres sagte: „Anne Franks Botschaft sollte heute besonders nachhallen. Ihr Erbe besteht nicht nur in der Erinnerung an die Shoah, sondern als ein lebendiges Zeugnis, das niemand ignorieren kann – ein Lichtstrahl und eine ehrliche Stimme in einer dunklen Welt. Ich kann hier nicht davon absehen, was um uns herum geschieht und sage darum deutlich, dass Anne Franks Warnung auch heute vor uns steht. Ich bezweifle, dass Assad Anne Franks Tagebuch gelesen hat, als er ohne zu Zögern Chemiewaffen einsetzte, um unschuldige Frauen und Kinder zu ermorden. Anne, deine Stimme klingt heute in unseren Ohren nach und wird das jüdische Volk und die Welt für immer daran erinnern, dass das Licht die Dunkelheit besiegt.“

Am gestrigen Montag besuchte Peres den Internationalen Gerichtshof in Den Haag und hatte die Gelegenheit, mit Richtern des Gerichtshofes, einschließlich des Präsidenten Peter Tomka, zu sprechen. Bei dem Treffen betonte Präsident Peres die Bedeutung, die Israel internationalem Recht beimisst, Israels ständigen Kampf gegen den Terror und die Länder, die diesen finanzieren und die Bedeutung, die dem Gerichtshof zukommt, wenn es um die Schlichtung von Konflikten zwischen Staaten geht. Peres sagte: „Die Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte halten Moral und Gerechtigkeit als ihr höchstes Gut – sie sind der Verteidigung und dem Frieden verpflichtet und wahren zugleich die Menschenrechte und das internationale Recht.“

Präsident Peres diskutierte mit den Richtern die Schwierigkeiten, vor denen Israels Bürger angesichts der ständigen Bedrohung durch Terrorismus stehen, aber auch seine persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Terrorismus nach der Ermordung Yitzhak Rabins: „Frieden verlangt einen hohen Preis, aber er bleibt die Sehnsucht des israelischen Volkes. Ich stand mit den Bürgern Israels nach der Ermordung Yitzhak Rabins auf den Straßen – als Israeli war ich einer gewaltigen Welle brutalen Terrors ausgesetzt, Busse explodierten in den Straßen und Kinder wurden in Einkaufszentren ermordet. In den Jahren seit dem schmerzhaften und schwierigen Rückzug aus dem Gazastreifen, bei dem israelische Familien ihre Häuser verlassen mussten, wurden Raketen auf unschuldige Zivilisten gefeuert. Mütter und Kinder mussten lange Zeit in Bunkern verbringen.“

Weiter sagte Peres: „Israel hat sieben Jahre des Krieges überstanden, aber wir haben nie aufgehört, den Frieden mit unseren Nachbarn zu suchen. Nie ging der Krieg zu Lasten der Demokratie. Nie haben Kriege Ungerechtigkeiten gerechtfertigt.“

(Präsidialamt, 30.09.13)