Donnerstag, 17.10.2013




Sitzung der Knesset zu Ehren Yitzhak Rabins
In einer öffentlichen Sitzung gedachten die Abgeordneten der Knesset gestern Yitzhak Rabins. Die Sitzung fand am 16. Oktober, also dem 12. Cheshvan statt, dem Tag im jüdischen Kalender, an dem der damalige Ministerpräsident Israels in Tel Aviv bei einer Kundgebung ermordet wurde.

In seiner Rede vor der Knesset sagte Ministerpräsident Binyamin Netanyahu gestern unter anderem:

"Wir werden des dunkelsten und schandvollsten Momentes in den Annalen unseres Staates für immer gedenken, und das ist die Nacht, in der Yitzhak Rabin ermordet wurde. Yitzhak Rabin, seligen Angedenkens, wurde im Herzen Tel Avivs ermordet, und was die Tat noch schrecklicher und unfassbar macht ist die Tatsache, dass der Ministerpräsident, ein Mann, der so lange für unsere Unabhängigkeit und unsere Sicherheit kämpfte, von einem Juden ermordet wurde, von einem verachtenswerten Mörder, dessen Hand nicht einmal zitterte, als er den fatalen Schuss abfeuerte. […]

Yitzhak Rabins ganzes Leben, vom Tag seiner Geburt bis zu seinem Tod, war dem Dienst an der Öffentlichkeit gewidmet. Er war ein Kämpfer und Anführer in der Palmah; Generalstabschef der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) und einer der Befreier Jerusalems; Botschafter in den Vereinigten Staaten; Ministerpräsident; Mann der Tat und Mann des Friedens.

Viele in Israel, mich eingeschlossen – und selbst jene, die gelegentlich nicht mit ihm übereinstimmten – schätzten seine profunde Loyalität gegenüber dem Staat Israel, und sahen, wie er immer für dessen Wohl arbeitete. Rabin setzte sich unbeirrt für die Interessen Israels, wie er sie verstand, ein und repräsentierte das Land mit Stolz. […]


Yitzhak Rabin (Foto: MFA)

Als Generalstabschef, Verteidigungsminister und Ministerpräsident arbeitete Rabin hart dafür, die Stärke der Armee als wesentliches Mittel zu stärken, um unsere Zukunft zu schützen und den Frieden mit unseren Nachbarn zu ermöglichen. Ohne die ZAHAL wäre das Schicksal des jüdischen Volkes verlaufen wie unser Schicksal in den Jahren des Exils. Die ZAHAL war und bleibt die Kraft, die zwischen uns und der Vernichtung steht. Das bleibt immer wahr, auch wenn wir Friedensabkommen abschließen und auch, wenn wir es nicht tun. Wir streben danach, Abkommen zu erreichen. Unsere Stärke garantiert sowohl unsere Existenz wie auch den Frieden.

Heute, da wir von den Unruhen des Sturmes und des Halbmondes umgeben sind, stimmt diese Erkenntnis mehr denn je. Wir arbeiten dafür, die Chance auf Frieden zu nutzen. Wie wollen keinen bi-nationalen Staat, aber zugleich wollen wir auch keinen Stellvertreter des Irans in Judäa und Samaria, wie es entlang unserer Grenzen bereits geschehen ist. Dies verlangt, dass die Sicherheitsgrenze im Jordantal verläuft, genau wie es Yitzhak Rabin in seiner letzten Rede vor der Knesset einige Wochen vor seinem Tod gesagt hat.


Ministerpräsident Netanyahu bei seiner Rede (Foto: MFA)

Was damals galt, gilt heute umso mehr angesichts des Aufstieges eines radikalen Islams und angesichts der Tatsache, dass die Handlanger des Irans die Kontrolle über Gebiete erlangt haben, aus denen wir uns im Libanon und im Gazastreifen zurückgezogen haben. Der Mittlere Osten brodelt und der Schlüssel für den Frieden mit unseren palästinensischen Nachbarn liegt vor allem in unserer Fähigkeit, den Frieden und uns selbst zu verteidigen, wenn andere Kräfte den Frieden auflösen wollen.

Mitglieder der Knesset, die Ermordung Yitzhak Rabins war nicht nur ein Attentat in einer demokratischen Gesellschaft und ein verhängnisvoller Stich in das Herz unseres Landes, sie war auch eine große menschliche Tragödie, weil Yitzhak Rabin ein besonderer Mensch war, ein Mann hoher Werte und tiefer Wurzeln, zurückhaltend und meinungsstark zugleich, ein Athlet mit roten Haaren, sehr israelisch, eine echter Sabra bis ins Mark, und zugleich vollkommen offen gegenüber der sich verändernden Welt um uns. Doch über allem war seine echte Sorge um die Zukunft, das Wohlergehen und die Sicherheit unseres Landes sichtbar, so wie seine Erkenntnis, dass er persönlich die Last trug, für diese Dinge zu sorgen.

Wenn solch ein Mann genommen wird, stirbt etwas in uns. Auch wenn unsere Pfade uns zu Sicherheit, Frieden und Wohlstand führen – wir werden nicht so bald getröstet werden, weil ein großer Mann in Israel gefallen ist.

Möge das Andenken an ihn gesegnet sein."

(Israelisches Außenministerium, 16.10.13)