Donnerstag, 24.10.2013




Lehrer beschäftigen sich mit Israelbild in deutschen Schulbüchern

Seit 2011 analysiert die Deutsch-Israelische Schulbuchkommission Schulbücher beider Länder. Nachdem im vergangenen Jahr erste Untersuchungsergebnisse durch die Wissenschaftler vorgestellt worden waren, kamen nun Praktiker in Berlin zusammen, um über das Thema zu diskutieren.

Auf Einladung des Berliner Bildungssenats, des Brandenburgischen Bildungsministeriums, des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM), der Gedänkstätte Yad Vashem und der Botschaft des Staates Israel versammelten sich Lehrkräfte und Multiplikatoren zur Konferenz "Israel im Schulbuch und in der schulischen Praxis".


Botschafter Yakov Hadas-Handelsman sprach ein Grußwort (Foto: Botschaft)

Botschafter Yakov Hadas-Handelsman drückte in seinem Grußwort die Freude darüber aus, dass dieses Thema vertieft diskutiert wird, denn „Israel wird sehr oft verzerrt und einseitig dargestellt – auch in Schulbüchern.“ Der Berliner Staatssekretär für Bildung, Mark Rackles, erhoffte sich für den Tag eine Sensibilisierung bei den Lehrkräften. Der Direktor des LISUMs, Dr. Götz Bieber, zeigte sich überzeugt, dass eine Konferenz wie diese Vorurteile abbauen könne, denn Israel würde zu häufig nur mit dem Nahost-Konflikt in Verbindung gebracht. 


Dr. Dirk Sadowski während seines Vortrages (Foto: Botschaft)

Für Dr. Dirk Sadowski vom Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung, der die Kommission mit seinem israelischen Kollegen Arie Kizel koordiniert, war die Konferenz eine Gelegenheit, erste Ergebnisse mit Pädagogen zu diskutieren. Wie wirken Bilder auf Jugendliche? Wie empfänglich sind sie für Emotionen? Wie wird man der Multiperspektivität gerecht?

Anwesende Pädagogen sahen durchaus Schwierigkeiten im Umgang mit deutschen Schulbüchern in Bezug auf Israel. „Manche Abbildungen sind zu komplex für meine Schüler“, berichtete ein Lehrer. Andere bescheinigten, dass „die Kontextualisierung enorm wichtig sei.“ Es stehe nichts Falsches in den Büchern, aber es stehe nicht immer alles im richtigen Kontext.


Kleingruppenarbeit mit Frank Langner, Mitglied der Schulbuchkommission (Foto: Botschaft)

In einem zweiten Teil der Konferenz beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Werten, die Deutschland und Israel verbinden, sowie mit Best-Practice-Beispielen aus dem pädagogischen Bereich. Prof. Dr. Doron Kiesel legte seine Überlegungen zur Wertegemeinschaft zwischen Deutschland und Israel dar. Ein Hauptaugenmerk lag auf den Themen Einwanderung und Vielfalt, bei denen „Israel als Lernlabor für Deutschland“ dienen könne.

Ein Ansatz, der auch für Schulbuchverlage interessant sein könnte. Denn dies wäre eines von vielen Themen, das die israelische Realität aus anderem Blickwinkel darstellt und den Schülern einen umfassenderen Blick auf das Land bieten würde.

(Botschaft des Staates Israel, 24.10.2013)