Dienstag, 05.02.2008




Mossad-Chef: Iran ist die größte Bedrohung

Der Iran wird innerhalb von drei Jahren über offensive nukleare Möglichkeiten verfügen und bleibt insgesamt die zentrale strategische Bedrohung für Israel -  nicht nur wegen seines Atomprogramms, sondern auch wegen seines Einflusses auf unmittelbarere Bedrohungen wie die Hamas, die Hisbollah und Syrien. So lautet die Einschätzung, die der Leiter des israelischen Auslandsgeheimdienstes (Mossad), Meir Dagan,  gestern vor dem Außen- und Sicherheitspolitischen Ausschuss der Knesset dargelegt hat.

Der Iran, so Dagan, handle zweigleisig, indem er einerseits Uran anreichert und andererseits an der Herstellung von Boden-Boden-Raketen mit großen Nutzlasten arbeitet. Zwar verfüge der Iran noch nicht über die notwendigen Kenntnisse zur Produktion von waffenkompatiblem Uran, sei aber nicht mehr weit entfernt davon.

Die verbesserte Waffentechnologie der Islamischen Republik könnten sich auch Syrien und die Hisbollah sowie die palästinensischen Terrororganisationen zunutze machen, mit denen die Kooperation intensiviert werde. In diesem Zusammenhang warnte Dagan vor der gegenüber der Vergangenheit gesteigerten Gefahr, die Raketen für Israels Sicherheit darstellen. Syrien und die Hisbollah hätten ihre Lektionen aus dem zweiten Libanonkrieg gelernt und seien zu dem Schluss gekommen, dass sie die israelische Streitmacht zwar nicht überwinden, allerdings mit Raketenangriffen auf die Heimatfront einen schwachen Punkt treffen könnten.

Die jüngste Geheimdiensteinschätzung aus den USA (NIE) betrachtet der Mossad-Chef mit Sorge. Sie erschwere die Verhängung von Sanktionen gegen den Iran und lasse Israel angesichts der Bedrohung womöglich am Ende allein dastehen.

(The Jerusalem Post, 05.02.08)