Donnerstag, 09.01.2014




Ein ganz normaler Tag im Krankenhaus Soroka

Ein russischer Arzt, eine äthiopische Krankenschwester und eine beduinische Gynäkologin: Nicht der Anfang eines Witzes, sondern ein ganz normaler Tag im Krankenhaus Soroka.

Das Krankenhaus Soroka befindet sich in der Wüstenstadt Beer Sheva im Süden Israels – entfernt von den großen Zentren und zugleich in einer der wirtschaftlich schwächeren Gegenden des Landes. Hier wohnen besonders viele der beduinischen Staatsbürger Israels. Am Beispiel des Soroka lässt sich die Heterogenität der israelischen Gesellschaft zeigen und auch, wie man von ihr profitieren kann. Denn wer in die Notaufnahme eingeliefert wird, fragt nicht nach der Herkunft des Arztes.


Das Krankenhaus Soroka in Beer Sheva (Foto: Avishai Teicher)

Die Lobby des Hauptgebäudes im Krankhaus Soroka vermittelt einem das Gefühl, sich im Terminal eines Flughafens zu befinden. Ein verbindendes israelisches Element lässt sich hier kaum finden. Das Sprachenwirrwarr, die Bekleidungen und Farben der örtlichen Bevölkerung, zusammen mit dem neuen Gebäude und der riesigen Skulptur des Kopfes von David Ben-Gurion, erwecken den Eindruck, dass wir uns auf internationalem Gelände befinden.

Der Eindruck des üblichen Chaos‘ in israelischen Krankenhäusern verdoppelt sich hier wegen der vielfältigen Bevölkerung. Eine Erkundung des Lebens der Menschen, die hier arbeiten und leben, illustriert, wie sehr das Krankenhaus Soroka ein Mikrokosmos der israelischen Gesellschaft ist. Nicht nur die vorüber gehenden Patienten stellen die israelische Gesellschaft in all ihren Bevölkerungsschichten dar, auch das Krankenhauspersonal spiegelt diese Vielfalt wider. Der Umstand, dass hinter diesem Durcheinander ein funktionierendes Krankenhaus steht, das etwa eine Million Menschen im Süden mit medizinischer Hilfe versorgt, kann als Vorbild dafür dienen, wie die gesamte israelische Gesellschaft ausgewogen funktionieren kann – aller Heterogenität zum Trotz.

Die Fortsetzung der ausführlichen Reportage, die in der vergangenen Woche auf Hebräisch in The Marker veröffentlicht wurde, finden Sie auf unserem Blog unter: http://bit.ly/ReportageSoroka