Montag, 27.01.2014




Zum Tode von Shulamit Aloni

Die ehemalige Ministerin und Vorsitzende der Meretz-Partei, Shulamit Aloni, ist am Freitagmorgen im Alter von 85 Jahren verstorben.

Aloni gehörte zu den Gründern der Meretz-Partei und diente als Ministerin im Kabinett Yithak Rabins von 1992-1993, und als Ministerin für Wissenschaft und Kunst von 1993-1996. Als charismatische und integre politische Persönlichkeit und als lebenslange Streiterin für Menschenrechte und Frieden wurde sie geschätzt und auch von ihren Kritikern respektiert.

Für ihr Lebenswerk und ihre Verdienste für die israelische Gesellschaft erhielt sie im Jahr 2000 den Israel-Preis. Die Jury nannte sie in der Begründung eine Stimme, die „dafür kämpft, Ungerechtigkeiten auszugleichen und die Flagge der Gleichberechtigung zwischen verschiedenen Völkern und Glaubensrichtungen in Israel hochzuhalten.“

Aloni veröffentlichte in ihrem Leben sechs Bücher, unter anderem zu den Themen Kinder- und Frauenrechte. Noch im Alter von 80 Jahren, im Jahr 2008, publizierte sie eine kontrovers diskutierte Analyse der israelischen Gesellschaft unter dem Titel „Demokratie in Fesseln“ („Demokratia be-Azikim“).

Politiker aller Parteien zollten Shulamit Aloni am Freitag Respekt. Die Vorsitzende der Meretz-Partei, Zahava Gal-On sagte: „Sie machte Israel zu einem besseren Ort zum Leben und hörte nie auf, für die Werte, an die sie glaubte, zu kämpfen. Mit diesen Werten wird ihr Name für immer verbunden bleiben: Frieden und absolute Gleichberechtigung ohne Ansehen von Religion, Geschlecht oder Herkunft.“

(Botschaft des Staates Israel/Haaretz, 24.01.14)