Montag, 10.03.2008




Hamas-Terroristen in Teheran ausgebildet

Erstmalig hat ein Kommandeur der Hamas Einschätzungen der israelischen Sicherheitsbehörden bestätigt, nach denen Mitglieder der Terrororganisation im Iran trainieren. In einem Interview mit der britischen Sunday Times sagte der Kommandeur, der anonym bleiben wollte, dass Angehörige der Revolutionswächter’ seit etwa zwei Jahren Hamas-Kämpfer in Teheraner Lagern ausbilden.

„Wir haben sieben ‚Kurse’ von unseren Kämpfern in den Iran geschickt. In jedem Kurs erhalten die Leute ein Training, dass ihre Kampffähigkeit verbessert“, sagte der Kommandeur und fügte hinzu, dass die Besten der Kurse noch eine Weile länger im Iran blieben als die anderen Teilnehmer. Abgesehen von den Schulungen im Iran würden die Terroristen auch nach Syrien zu Grundausbildungen geschickt.

Bis heute haben etwa 150 Mitglieder der Az a-Din al-Qassam-Brigaden ein Training in Teheran absolviert. Die palästinensischen Terroristen halten sich zwischen eineinhalb und sechs Monaten in einem geschlossenen Militärlager auf und stehen unter dem Kommando der ‚Revolutionswächter’. Von den weiteren 150 Terroristen, die sich derzeit in Teheran aufhalten, werden einige, die nicht als kampftauglich eingestuft werden, an die Spionageabteilung der Hamas weiter verwiesen.

Israels Minister für Innere Sicherheit, Avi Dichter, hatte bereits 2004 als damaliger Leiter der Allgemeinen Sicherheitsbehörde (SHABAK) betont, dass der Iran zunehmend Einfluss auf die Hamas ausübe, sowohl direkt über die ‚Revolutionswächter’ als auch indirekt über die libanesische Terrororganisation Hisbollah.

(Haaretz, 09.03.08)

Der Artikel der Sunday Times findet sich unter dem folgenden Link: http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/middle_east/article3512018.ece

 

In der vergangenen Woche hat ein hoher Hamas-Führer im Gaza-Streifen namens Nazer Rian auf der Internetseite (paldf, 05.03) der Hamas Aussagen veröffentlicht, nach denen die Terrororganisation, die einzige Instanz sei, die „Palästina vom Meer bis zum Fluss“ und das ganze palästinensische Volk, in den Gebieten und im Ausland, befreien könnte. Ganz „Palästina“ würde wieder arabisch und muslimisch werden. Dabei bezeichnete er die palästinensische Führung unter Mahmoud Abbas und Salam Fayyad  als „säkulare Ketzer“ und warnte sie davor, dass die Hamas sie - wie zuvor aus dem Gaza-Streifen – aus dem Westjordanland vertreiben werde.