Montag, 10.03.2008




Geheimdienste warnen vor syrischer Aufrüstung

Aus der jährlichen Einschätzung der israelischen Geheimdienste, die gestern den Ministern präsentiert wurde, geht hervor, dass Syrien sich zurzeit in einem beschleunigten Prozess der Aufrüstung befindet, vor allem in Bezug auf Langstreckenraketen. Wörtlich heißt es dort u.a.: „Assad ist auf strategischer Ebene an Verhandlungen mit Israel interessiert, doch steht das Thema gegenwärtig nicht an der Spitze der Tagesordnung, und er konzentriert sich auf die Stärkung seiner militärischen Schlagkraft.“

Nach Einsätzung des Militärgeheimdienstes (AMAN) und des Auslandsgeheimdienstes Mossad glaubt Syrien, dass ein zukünftiger Krieg mit Israel anhand von Boden-Boden-Raketen entschieden werden wird. Insofern hätten die Syrer verstanden, dass „man weniger Panzer und mehr Raketen braucht“. Gleichzeitig geht man davon aus, dass Syrien sich unter bestimmten Bedingungen von der radikalen Achse entfernen könnte. Damit dies geschehe, müsse in Israel die Bereitschaft für ein Abkommen bestehen, das die Golan-Höhen und ein amerikanisches Engagement zugunsten der Syrer beinhalte.

Was den libanesischen Schauplatz angeht, schätzt der AMAN, dass die Wahrscheinlichkeit neuer Gewalttätigkeiten gegen Israel von Seiten der Hisbollah wachse, wobei auch das Entbrennen von Auseinandersetzungen an einer anderen Front – bspw. in Gaza – als Anlass dienen könnte.


(Haaretz, 10.03.08)