Donnerstag, 26.07.2007




Botschafter Stein zieht zwiespältige Bilanz

Shimon Stein, der in Kürze aus seinem Amt scheidende Botschafter des Staates Israel in Berlin, zieht in einem ausführlichen Interview mit dem „Rheinischen Merkur“ eine Bilanz seiner beinahe siebenjährigen Tätigkeit in Deutschland, die zwiespältig ausfällt: „Zu einem endgültigen Urteil muss noch Zeit vergehen. Die Zeit hier war zugleich zufriedenstellend, aufklärerisch, befriedigend, auch frustrierend. Die Welt ist heute nicht schwarz und weiß, wenn auch sowohl der deutsche als auch der israelische Nationalcharakter die Welt oft so sehen: Wir schwanken zu oft zwischen Euphorie und Depression. Die Realität ist aber mehrdimensional, es gibt helle und dunkle Seiten. Auch in Deutschland.“

„Mir macht Sorgen, dass das Ansehen Israels in der deutschen Bevölkerung dramatisch abgenommen hat. Zwar sind der politischen Elite die Beziehungen zu Israel für die eigene Identität unverändert wichtig, aber ein Teil der Gesellschaft teilt diese Wahrnehmung nicht. Da habe ich oft Sympathie und Empathie vermisst. Oft heißt es dann: Die Sympathie kommt schon wieder, sobald in Israel friedliche Zeiten eingezogen sein werden. Aber wirkliche Freunde beweisen sich, wenn es regnet.“

Das vollständige Interview findet sich unter dem folgenden Link: http://www.merkur.de/2007_30__Freunde_beweise.22207.0.html?&no_cache=1