Donnerstag, 27.03.2008




Frauen bringen Grüne Revolution in den arabischen Sektor

Aziza Muadi aus Maghar, einer Stadt in Galiläa, hat einen Traum: Sie möchte ein großes Bildungszentrum gründen, in dem die Themen Naturschutz, Recycling und Ökologie unterrichtet werden. Doch angesichts des bislang geringen Umweltbewusstseins im arabischen Sektor, entschied sich Muadi, klein anzufangen: Kürzlich begann sie mit der Koordination einer Gruppe, die aus 17 Frauen besteht und die nun die Umweltbildung in Maghar fördert.

Die Frauen im Alter von 30 bis 35 Jahren stammen aus unterschiedlichen Verhältnissen. Sie sind Drusen, Moslems und Christen. Und sie werden von der Gesellschaft für Naturschutz in Israel (http://www.teva.org.il/) ausgebildet.

„Dies ist die erste Gruppe arabischer Frauen, die etwas über Umweltthemen lernt“, sagt Muadi. Sie erklärt, dass das Umweltbewusstsein in ihrer Nachbarschaft noch in den Kinderschuhen steckt und fügt hinzu: „Deshalb haben wir uns entschieden, in Schulen aktiv zu werden, denn eine Veränderung muss mit den Schülern beginnen.“

Nachdem sie einen Kurs über Umweltbildung bei der Gesellschaft für Naturschutz in Israel beendet haben, arbeiten die Frauen in der Feldschule der Gesellschaft mit. Diese leitet das Umweltprogramm in der Grundschule des Dorfes. Die Frauen unterrichten in mehreren Klassen die Umweltthemen Natur, Wasser, Recycling, Luftverschmutzung und Ökologie. Dabei leisten sie mit den Schülerinnen und Schülern auch ganz praktische Arbeit, z. B. bei Reinigungsaktionen in der Umgebung.

„Die Einbindung der Frauen in das Lehrpersonal ist nicht nur gut für die Schüler, die hierdurch etwas über Umweltschutz lernen“, sagt Vasil Hazima, Leiter der Feldschule in Maghar. „Auch die Frauen selbst profitieren davon, weil sie etwas über ein Thema, das sie interessiert, erfahren. Ihr Interesse und ihre Begeisterung weckt die Neugier der Kinder für das, was um sie herum geschieht und motiviert sie, sich um ihre Umgebung zu kümmern.

Dieses Projekt ist auch aus anderer Perspektive wichtig: es stärkt die Frauen an sich und verändert ihren gesellschaftlichen Status indem gezeigt wird, dass diese Frauen mehr können als nur Hausarbeit, dass sie spezielle Interessen haben und etwas zur Gesellschaft beitragen können. Und bei alledem zeigen sie eine enorme Energie“, ergänzt Hazima.
(Ha’aretz, 18.03.08)