Freitag, 11.04.2008




Olmert mahnt zur Rücksicht gegenüber den Palästinensern

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert hat die Kommandanten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) im Westjordanland dazu aufgerufen, die Palästinenser, die an den Kontrollpunkten und Straßensperren zu leiden hätten, zu verstehen und mehr Rücksicht auf sie zu nehmen. Die Kluft zwischen den beiden Völkern dürfe nicht vergrößert werden.

Die Worte, die Olmert diese Woche bei einem geschlossenen Treffen mit den Brigadekommandanten des Zentralkommandos von sich gab, scheinen eine weitere Bewegung nach links darzustellen. Wörtlich sagte Olmert: „Nehmt all die Palästinenser, die sich an den Kontrollpunkten ausziehen müssen, nur weil es in ihren Reihen Terroristen gibt. Nehmt all diejenigen, die an den Kontrollpunkten anstehen müssen, wegen der Befürchtung, dass womöglich ein mit Sprengstoff beladener Wagen passiert. Dies kann ein brodelnder Topf sein, der aufbrechen und schlimme Verbrennungen verursachen kann, und es kann etwas anderes sein, was allein von eurem Verständnis abhängt und eurer Fähigkeit, weise und entschlossen zu handeln.“

Im Hinblick auf die Lage im Gaza-Streifen sagte Olmert, dass Israel „früher oder später“ dort operieren müssen werde, dies aber nicht ohne Beziehung zu den Vorgängen auf dem internationalen Schauplatz geschehen können. „Wir sind sehr auf unsere Freunde in der Welt angewiesen und unsere Fähigkeit, uns auf sie zu stützen, ist eine existentielle Angelegenheit für den Staat Israel.“

(Haaretz, 11.04.08)