Montag, 28.04.2008


 
Events
50 Jahre Aktion Sühnezeichen

Freiwilligendienst in Israel

„Dem Hass eine Kraft entgegensetzen“ heißt es im Gründungsaufruf der Aktion Sühnezeichen 1958. Ziel des Vereins ist es, Verantwortung für die Verbrechen des Nationalsozialismus zu übernehmen und Zeichen für Frieden, Toleranz und Verständigung zu setzen. Heute ist Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in 13 Ländern aktiv, deren Bevölkerung besonders unter dem Nationalsozialismus gelitten hat. Jedes Jahr leisten in diesen Ländern rund 180 Männer und Frauen aus Deutschland einen freiwilligen sozialen Dienst.

Seit 1961 kommen jährlich rund 25 Freiwillige nach Israel. Bisher haben mehr als 1500 junge Menschen aus Deutschland ihren Weg hierher gefunden. Damit bestehen die zwischenmenschlichen Beziehungen beider Länder länger als deren diplomatische Zusammenarbeit. Bis heute ist die Arbeit der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Israel geprägt durch intensive Begegnungen mit Überlebenden der Schoa sowie Konfrontationen mit aktuellen gesellschaftspolitischen Problemen des Landes. Halina Birenbaum (Auschwitz-Überlebende) drückte bei einem Treffen mit Freiwilligen aus, was ihr dieser Dienst bedeutet: „Es ist mir eine große Befriedigung, dass es heute andere junge Deutsche gibt, die sich um Not leidende, einsame und arme Menschen kümmern. Solche Sühnezeichen machen mir Hoffnung auf eine sichere und glücklichere Zukunft.“

Die überwiegend jungen Menschen arbeiten für zwölf Monate in Altenheimen, Gedenkstätten und Forschungseinrichtungen, Institutionen für Menschen mit Behinderungen, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche und in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Als neuen Programmteil bietet Aktion Sühnezeichen Friedensdienste die mittelfristigen Freiwilligendienste an, die sich ausdrücklich auch an ältere und im Beruf stehende Menschen richten, die nur für 3 bis 6 Monate nach Israel gehen möchten. Seit 2001 kommen auch israelische Jugendliche nach Deutschland, um hier ein Jahr lang als Freiwillige in Gedenkstätten und sozialen Projekten zu arbeiten.


Deutsch-israelische Jugendbegegnung

Seit 1998 führt Aktion Sühnezeichen Friedensdienste gemeinsam mit dem Jugendforum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft jährlich eine deutsch-israelische Jugendbegegnung durch. Im Rahmen der ASF-Sommerlager arbeiten in diesem Jahr vom 21. Juli bis 11. August 20 Jugendliche aus beiden Ländern zu dem Thema „Heimatlos – ‚Displaced Persons’ in Deutschland und Israel gestern und heute“ in Jerusalem, der Gedenkstätte Bergen-Belsen und Berlin. Anhand von Biographien, die durch Zeitzeugengespräche und die Lektüre von Dokumenten und Tagebüchern erschlossen werden, sollen die Jugendlichen die Lebenswege von Shoa-Überlebenden nach der NS-Verfolgung kennen lernen und sich mit der aktuellen Situation von Flüchtlingen und Vertriebenen in beiden Ländern auseinandersetzen.“


Informationen und Anmeldung:

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e. V.
Israel-Referat
Auguststr. 80
10117 Berlin
Tel.: 0049-30-28395188 (Bernhard Krane)
Tel.: 0049-30-28395179 (Dörthe Engels)
Fax: 0049-28395135
E-Mail: bby@asf-ev.de
Website: www.asf-ev.de


(Aktion Sühnezeichen, April 2008)