Donnerstag, 22.05.2008




Syrisch-russische Waffengeschäfte
Mit Sorge verfolgt man in Israel die Treffen einer hochrangigen syrischen Militärdelegation mit Vertretern des russischen Verteidigungsministeriums, die derzeit in Moskau stattfinden. Russischen Medien zufolge hält sich die von dem syrischen Luftwaffenkommandanten General Ahmad al-Ratyb geleitete Delegation für fünf Tage in Moskau auf und verhandelt dort über den Kauf von Waffen – einschließlich U-Boote, Luftabwehrraketen, MiG-Kampfjets und fortgeschrittene ballistische Boden-Boden-Raketen.

Israel ist insbesondere über die syrische Nachfrage nach S-300-Langstrecken-Luft-Boden-Raketen besorgt, die die über der israelischen Seite der Golanhöhen patroullierenden Flugzeuge der israelischen Luftwaffe bedrohen könnten. S-300 ist  eines der besten Raketenabwehrsysteme der Welt, das Einschätzungen zufolge auch bereits vom Iran zum Schutz seiner Nuklearanlagen erworben worden ist. Kürzlich hat Syrien 36 S1E-Abwehrsysteme von Russland erhalten.

In den vergangenen drei Jahren hat Syrien mehr als drei Milliarden Dollar in neue Waffen investiert, im Jahr 2002 waren es lediglich 100 Millionen. Vertreter des israelischen Sicherheitsapparates teilten mit, dass Israel diplomatisch auf Moskau einzuwirken versuche, um die Waffenverkäufe zu verhindern, Russland sie jedoch für die richtige Summe Geld aller Wahrscheinlichkeit nach bewilligen würde.

(The Jerusalem Post, 21.05.08)