Mittwoch, 09.07.2008




Ein Gedi: Der Bach fließt wieder

Der Bach in Ein Gedi am Toten Meer hat nach 50 Jahren wieder zu fließen begonnen. Er war in den 50er Jahren ausgetrocknet, nachdem der nahe gelegene Kibbutz das Quellwasser für seine Landwirtschaft abgeschöpft hatte. Bis vor kurzem bezog dieser sein Wasser direkt aus der Quelle, die ehedem den Bach versorgt hatte. Auch das gleichnamige Trinkwasserunternehmen hat sich an der Quelle schadlos gehalten.

Im Mai 2007 haben der Kibbutz Ein Gedi und die israelische Natur- und Parkbehörde (INPA) ein Abkommen unterzeichnet, demnach die Kibbutzniks nun verpflichtet sind, erst Wasser in den Bach fließen zu lassen, bevor sie es abpumpen. Außerdem wird der Wasserverbrauch begrenzt.

„Es ging uns nicht um die grundsätzliche Frage, ob der Kibbutz dieses Wasser braucht“, sagte damals Omri Gal, ein Sprecher der INPA. „Es war für uns selbstverständlich, dass der Kibbutz das Wasser braucht. Unser Ziel war es, den Schaden für das Wasser zu begrenzen. Die vorherige Situation war inakzeptabel, und der Bach war eine Tragödie.“

Einige Monate, nachdem der Kibbutz seine Pumpanlage abgebaut hat, fließt das Wasser im Bach nun wieder in einem Tempo von 10 Metern pro Sekunde. Am Ende des Prozesses sollen 25 Meter pro Sekunde erreicht werden.

„Dies ist eine wundervolle Sache für die Umwelt“, findet Gal. „Ein Gedi ist ein wichtiges Naturreservoir. Es gibt Ranger, die dort seit 30 Jahren arbeiten, und für sie ist dies ein Festtag.“

Im Kibbutz reagiert man gelassen. Man ist erfreut, dass das Wasser wieder fließt, misst jedoch dem Abkommen als einer Formalität keine große Bedeutung bei. So bemerkt Kibbutzsprecherin Meirav Ayalon: „Wenn das die Öffentlichkeit beruhigt, soll es uns recht sein. Je grüner etwas ist, desto besser ist es für uns. Dieses Gebiet ist unser Zuhause.“

(The Jerusalem Post, 08.07.08)