Dienstag, 16.09.2008




IAEA-Bericht: Iran blockiert Inspektionen

Die Bemühungen der Vereinten Nationen zur Prüfung der Frage, ob der Iran Atombomben zu bauen versucht, sind in einer Sackgasse angelangt. Dies ergibt ein neuer Bericht, den die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) gestern dem UN-Sicherheitsrat übermittelt hat. Teheran würde die Inspektionen unerschütterlich blockieren.

„Seit ihrem letzten Bericht im Mai ist die Behörde nicht in der Lage gewesen, irgendeinen substantiellen Fortschritt zu erzielen“, betont das Dokument. Diese Sackgasse gebe Anlass zu „ernsthafter Besorgnis“. Weiter heißt es: „Wenn der Iran  damit fortfährt, den Inspektoren den Weg zu versperren, wird die IAEA nicht in der Lage sein, die Nichtexistenz von nicht-deklariertem nuklearen Material und nicht-deklarierten Aktivitäten glaubwürdig versichern zu können.“ „Wir sind zu einem Stillstand gelangt“ sagte ein hochrangiger UN-Vertreter, der den Bericht als Fortschrittsbericht ohne Fortschritt bezeichnete.

Der sechsseitige Bericht bestätigt, dass der Iran sein Programm zur Urananreicherung weiter ausweitet - ungeachtet der drei Reihen von Sanktionen, die der UN-Sicherheitsrat über ihn verhängt hat. In unterirdischen Anlagen in Natanz seien 6000 Zentrifugen in Betrieb, außerdem würden dort 12 fortgeschrittenere Prototypen getestet.

Bei reibungslosem Ablauf können 3000 Zentrifugen innerhalb von 18 Monaten genügend nukleares Material für eine Atombombe produzieren, wenn sie darauf angelegt werden würden.

(Haaretz, 16.09.08)


Die Sprecherin des Weißen Hauses Dana Perino hat sich am Montag zu dem neuen Bericht der IAEA wie folgt geäußert:

„Ich denke, der IAEA-Bericht unterstreicht abermals, dass der Iran sich weigert, mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten. Dies sind Entscheidungen, die der Iran getroffen hat, und wir arbeiten gemeinsam mit unseren Verbündeten daran herauszufinden, was die nächste Vorgehensweise sein wird.

[…] Das Handeln, dem der Iran weiterhin folgt, isoliert sein Volk und sein Land noch mehr vom Rest der internationalen Gemeinschaft.“

(White House, 15.09.08)