Donnerstag, 09.08.2007




Olmert: Kein Krieg mit Syrien

Israel hat in den vergangenen Wochen wiederholt Botschaften nach Damaskus gesandt, die signalisieren sollen, dass es kein Interesse daran hat, Syrien anzugreifen. Damit soll Fehleinschätzungen auf syrischer Seite vorgebeugt werden, die zu einem Ausbruch der Gewalt in der Region führen könnten.

Während alles versucht wird, Damaskus zu beruhigen, bereitet sich die Regierung jedoch weiterhin intensiv auf die Möglichkeit vor, dass es entgegen der Erwartungen zu einem syrischen Angriff auf dem Golan kommen sollte. Zu diesem Zweck wurde gestern erneut eine Sitzung des Ministerausschusses für die Nordfront abgehalten. Dort ließ Ministerpräsident Ehud Olmert einmal mehr verlauten, dass „Israel nicht mit einem Krieg mit Syrien interessiert“ sei.

Auf einem gestrigen Treffen mit Aktivisten seiner Kadima-Partei aus dem russischen Sektor bemühte sich Olmert darüber hinaus, die israelische Bevölkerung zu beruhigen: „Wir lesen in letzter Zeit alarmierende Überschriften. Ich sage in stiller Art und Weise: „Ich glaube, dass uns ein ruhiger Sommer, ein ruhiger Herbst und ein ruhiger Winter bevorstehen.“ Zwar bereite man die Armee auf alle Eventualitäten vor, doch sei es weder geplant noch gewünscht, im Norden oder Süden des Landes in bewaffnete Auseinandersetzungen einzutreten. Auch die Syrer, so Olmert, hätten kein Interesse an einem Krieg.

Weiter sagte Olmert: „Die Sicherheitslage im Norden ist besser, als sie es seit Jahrzehnten gewesen ist. Es gab Erfahrungen mit nicht wenigen Schwierigkeiten und Schmerzen. Wenn man heute aus einer ausgewogenen Perspektive blickt, versteht man, dass es nie so ruhig war wie seit dem letzten Jahr. Dies sagen auch die Befehlshaber der internationalen Truppen im Südlibanon.“

(Ha’aretz, 09.08.07)