Dienstag, 18.11.2008




Israelische Forscher entwickeln Alternative zum Herzkatheder

Forscher vom Carmel Medical Center in Haifa haben am Sonntag eine neue Technik vorgestellt, die in Zukunft eine Alternative zu der Verlegung von Herzkathedern bieten kann. Mittels einer Gewebemodellierung bringt die Methode den Körper dazu, selbst neue Blutgefäße zu bilden, die die verstopften Gefäße umgehen.

In der ersten Behandlungsphase entnehmen die Ärzte den an Arterienverkalkung leidenden Patienten einen fünf Zentimeter langen Venenabschnitt. Während der folgenden drei Wochen erfahren die Zellen eine genetische Bearbeitung, wodurch neue Blutgefäße geschaffen werden. Am Ende des Prozesses spritzen die Ärzte die Zellen in den Körper des Patienten zurück, neben die verstopften Gefäße. Während dieser Phase müssen sie die Zellen genau beobachten, damit sie sich am richtigen Ort vermehren und nicht an unerwünschten Stellen im Körper „wildern“.


Carmel Medical Center

Prof. Moshe Fligelmann, der Leiter der Forschungsabteilung, versichert: „Es handelt sich hier nicht um die Zucht von Stammzellen und nicht um Gentechnologie, sondern um den Einsatz von erwachsenen und dem Körper des Kranken entnommenen Zellen, die nicht das Potential haben, sich zu Geschwüren zu entwickeln.“

Arterienverkalkung  ist eine Krankheit, die alle Arterien des Körpers betrifft. Sie kann zu Blutgerinnseln und dadurch zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nekrose an den Beinen führen. Die gängige Behandlungsmethode für verstopfte Arterien im Herzbereich ist heutzutage das Verlegen von Kathedern. In Israel lassen etwa 4000 Menschen im Jahr diese Prozedur über sich ergehen.

(Haaretz, 17.11.08)