Mittwoch, 19.11.2008




Vor den Wahlen: Nationalreligiöse Partei bildet sich um

Die Nationalreligiöse Partei (MAFDAL) hat gestern auf ihrem Parteitag mit überwältigender Mehrheit ihre Selbstauflösung beschlossen. Sie wird sich nun mit den beiden Parteien Moledet und Tkuma zu einem neuen religiös-zionistischen Block zusammenschließen.

Vor der Abstimmung rief MAFDAL-Vorsitzender Zevulon Orlev (Bild) die Delegierten dazu auf, diesen Weg zu beschreiten: „Es wäre sehr leicht, in unserem kleinen bequemen Haus zu verbleiben und vielleicht drei bis fünf Sitze zu gewinnen, aber das ist ein Risiko, dass einzugehen ich nicht bereit bin. Eine Anzahl wie diese zählt nicht mehr in der israelischen Politik. Wir müssen die drittgrößte Partei des Staates Israel werden.“

Orlev verglich die gestrige Entscheidung mit dem Zusammenschluss der Parteien Hamizrachi und Hapo’el Hamizrachi vor 52 Jahren, aus dem die Nationalreligiöse Partei hervorging. Er betonte, dass die neue Partei ihren Schwerpunkt auf die Erziehung und den jüdischen Charakter des Staates legen werde.

„Die Tatsache, dass der religiöse Zionismus in eine politische Ecke gedrängt worden ist, hat de jüdischen Charakter des Staates, den Status der Familie und den Status der Siedlerbewegung ausgehöhlt“, sagte er. „Mehr als der religiöse Zionismus den Staat braucht, braucht der Staat Israel den religiösen Zionismus, der ihm Inhalt, Seele und Werte geben wird.“

(Haaretz, 19.11.08)