Montag, 24.11.2008




Technion fördert Ultraorthodoxe

Das Technion in Haifa hat ein spezielles Studienprogramm entwickelt, um ultraorthodoxe Juden auf das Hochschulstudium vorzubereiten. Inzwischen hat der erste Jahrgang den Kurs erfolgreich abgeschlossen.

Prof. Shimon Gepstein, der Leiter des „Center for Pre-University Studies“, das auch für die individuelle Förderung anderer Gruppen, wie z.B. Immigranten, arabische Jugendliche und Hochbegabte, verantwortlich ist, erklärte, dass von den 30 Kursteilnehmern 12 junge Männer die Voraussetzungen für ein Hochschulstudium erreicht hätten und in verschiedenen Studiengängen am Technion angenommen worden seien.

Das Programm wird von dem israelischen Industriellen Eitan Wertheimer finanziert. Es stattet die Studenten über 1 ½ Jahre mit einem monatlichen Stipendium und Hilfe bei der Unterbringung aus. Den 12 erfolgreichen Absolventen wird das Stipendium nun bis zum Ende ihres anschließenden Studiums am Technion ermöglicht. Eitan Wertheimer finanziert auch ein Programm zur Hochschulvorbereitung für arabische Jugendliche, das bereits mit einem zweiten Jahrgang erfolgreich durchgeführt wird. Aus diesem Programm erhielten kürzlich 50 von 75 erfolgreichen Kursteilnehmern eine Studienzusage vom Technion.

Die Teilnehmer des Programms sind in ultra-orthodoxen Elternhäusern aufgewachsen und haben den Cheder (ultra-orthodoxe Grundschule) besucht, aber keine allgemein qualifizierende Bildung erhalten. Ein Teilnehmer beschreibt den erlernten Mathematikunterricht als „Grundlagen des Bruchrechnens“, die das Addieren von Brüchen schon nicht mehr als Gegenstand der Ausbildung betrachteten. Physik und Englisch würden überhaupt nicht gelehrt, dafür Thora, Mischna und Talmud.

(Deutsche Technion-Gesellschaft, November 2008)