Dienstag, 25.11.2008




Israel öffnet Grenze zum Gazastreifen für humanitäre Hilfe

Israel hat seine Grenzübergänge zum Gazastreifen am Montag teilweise geöffnet, um die Lieferung von humanitärer Hilfe zu ermöglichen. Dies folgte auf einen Rückgang der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen im Laufe der vergangenen Tage.

Die Grenzübergänge waren zuvor für 19 Tage beinahe komplett geschlossen worden, nachdem eine fünf Monate andauernde Waffenruhe gebrochen worden war. Lediglich ein Konvoi mit 33 Lkw, die wichtige humanitäre Lieferungen transportierten, erreichte den Gazastreifen in der vergangenen Woche.

Die israelische Maßnahme erfolgte einen Tag nachdem die Hamas laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Ma’an erklärt hatte, militante Gruppen hätten eine Vereinbarung mit Israel ausgehandelt, derzugfolge die Waffenruhe fortgesetzt werden solle, falls die Übergänge geöffnet würden.

Es blieb unklar, ob die Entscheidung Israels in Verbindung mit der angeblichen Abmachung stand.

Israelische Verteidigungsoffizielle tagten am Montag, um eine Lockerung der Blockade für den Fall, dass keine weiteren Raketen in Israel landeten, zu diskutieren. Sie vereinbarten, dass 44 Lkw mit Grundversorgungsmitteln den Gazastreifen durch den Grenzübergang Kerem Shalom beliefern dürfen.

Darüberhinaus hat Israel die Lieferung von Diesel in den Gazastreifen wieder aufgenommen. Der Chef des Tankstellenverbandes des Gazastreifens, Mahmoud Khazandar, erklärte, die Lieferung von Industrietreibstoff sei am Montag nach einer dreiwöchigen Pause wieder aufgenommen worden.

Die jüngste Verletzung des Waffenstillstandes durch palästinensische Kämpfer geschah laut Radio Israel am Sonntag Abend, als zwei Kassam-Raketen auf die westliche Negev abgefeuert wurden. Die Raketen verursachten weder Personen- noch Sachschäden.

Verteidigungsminister Ehud Barak teilte Radio Israel am Montag mit, falls die Hamas eine Waffenruhe wünsche, sei Israel bereit, sich an diese zu halten. Er ergänzte jedoch, dass die israelischen Verteidigungskräfte zum Handeln bereit seien, falls die Hamas die Waffenruhe nicht einhalte.

(Haaretz, 24.11.2008)