Dienstag, 25.11.2008




UK-Außenminister Miliband: Teheran ist eine direkte Gefahr

Großbritanniens Chef-Außenpolitiker sagte am Montag, das iranische Atomprogramm stelle eine unmittelbare Gefahr für den Nahen Osten und den Rest der Welt dar.

Die Anmerkungen des britischen Außenministers erfolgten wenige Tage nachdem die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mitgeteilt hatte, ihre Untersuchung des iranischen Atomprogramms stecke fest.

„Ein nuklearer Iran stellt einen entscheidenden Rückschlag für all jene dar, die friedliche Lösungen für die Probleme der Region suchen“, sagte Miliband bei einer Konferenz zu Nuklearenergie in der Golfregion, die in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, stattfand.

Großbritannien, die USA und viele weitere westliche Staaten beschuldigen den Iran, sein Nuklearprogramm als Deckmantel für die Waffenentwicklung zu benutzen. Dieser Vorwurf wird von Teheran zurückgewiesen.

Der Iran wies Milibands Kommentare zurück und erklärte, sein Feind Israel sei die größte Bedrohung im Nahen Osten.

„Falls eine Meinungsumfrage in Großbritannien durchgeführt werden würde, würde eine Mehrzahl der Bürger bestätigen, dass das zionistische Regime Israel die Hauptgefahr für die Region ist“, zitierte Irans offizielle Nachrichtenagentur den Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hasan Qashqavi.

Miliband sagte, die Wahl für den Iran sei eindeutig: „Der Iran kann kooperieren und die Anreicherung stoppen oder sich weiter auf seinem gegenwärtigen Pfad in Richtung Konfrontation und Isolation bewegen.“

Der britische Außenminister sagte, Golfstaaten hätten dem Iran „ernsthafte Anreize zur Kooperation“ angeboten, falls er die Anreicherung von Uran aussetzen sollte. Durch Anreicherung von Uran kann nuklearer Treibstoff oder spaltbares Material für Bomben erzeugt werden.

Golfstaaten, die meisten von ihnen mehrheitlich dem sunnitischen Islam angehörig, sind angesichts des steigenden Einflusses des schiitischen Iran im Nahen Osten und der atomaren Absichten des Landes wachsam.

Die IAEA erklärte in der vergangenen Woche in einem Bericht, die iranische Hinhaltetaktik bedeute, dass die Agentur keine glaubwürdigen Zusicherungen bezüglich des Charakters des iranischen Atomprogramms machen könne.
 
(ynetnews, 24.11.2008)