Montag, 13.08.2007




Botschafter Stein blickt zurück

Israels scheidender Botschafter in Berlin, Shimon Stein, hat in einem gestern veröffentlichten Interview mit der Berliner Morgenpost einen Rückblick auf seine fast siebenjährige Tätigkeit in Deutschland gegeben und sich dabei auch zu dessen neuer Rolle in der Weltpolitik geäußert. Während er die Bemühungen der politischen Führung der Bundesrepublik, internationale Verantwortung zu übernehmen, zu schätzen weiß, bemängelt er das fehlende Verständnis vieler Deutscher dafür, „dass die neuen Bedrohungen, die jetzt weit von der nationalen Grenze entfernt liegen, sehr schnell zu einer existentiellen Gefahr auch für sie werden können“.

Eine ähnliche Diskrepanz zwischen politischer Führung und Teilen der Bevölkerung erkennt er auch im Bereich der deutsch-israelischen Beziehungen. So bemerkt der Diplomat: „Die politische Klasse steht seit Jahrzehnten in der Kontinuität, die einzigartigen Beziehungen zu Israel aufrechtzuerhalten und auszubauen. In der Wahrnehmung der Bevölkerung dagegen hat sich einiges nicht unbedingt zum Positiven verändert. Das hat auch mit der Berichterstattung der Medien zu tun, von der Meinungen beeinflusst werden. Aber hier wirken auch andere Prozesse. Die haben natürlich mit der Geschichte zu tun. Aber auch mit dem neuen Selbstbewusstsein der deutschen, dem Streben nach Normalität, mit der Suche nach der eigenen Identität.“

Der vollständige Wortlaut des Interviews findet sich unter dem folgenden Link: http://www.morgenpost.de/content/2007/08/12/politik/915455.html