Mittwoch, 07.01.2009




Humanitärer Korridor in Gaza - Hamas raubt Hilfsgüter

Um eine humanitäre Krise im Gaza-Streifen zu verhindern, hat Israels Ministerpräsident Ehud Olmert gestern entschieden, einem Vorschlag aus Sicherheitskreisen zu entsprechen und einen humanitären Korridor zur Unterstützung der Bevölkerung einzurichten. Demnach sollen bestimmte Gebiete für gewisse Zeit offen gehalten werden, damit sich die Bevölkerung mit Gütern versorgen kann.


Hilfsgüter am Übergang Kerem Shalom (Foto: IDF)

Seit Beginn der Militäroperation hat Israel bekanntlich bereits hunderte Tonnen von Hilfstransporten in den Gaza-Streifen hineingelassen. Allein am Dienstag passierten 57 Lastwagen mit Lebensmitteln, Medikamenten und medizinischem Equipment den Übergang Kerem Shalom und brachten 1312 Tonnen Hilfsgüter in das Gebiet.

Auch die Reparatur von beschädigten Strom- und Wasserleitungen wird koordiniert.

Am Dienstag hat die Regierung eine offizielle Koordinationsstelle in Tel Aviv eingerichtet, an der Vertreter des Außenministeriums und des Sicherheitsapparats mitarbeiten. Die internationalen Hilfsorganisationen sind dazu eingeladen worden, Vertreter zu entsenden, um die Zufuhr von Hilfsgütern in den Gaza-Streifen effektiv abstimmen zu können.

(Außenministerium des Staates Israel, 06.07.09)

Unter dem folgenden Link finden sich aktuelle Zahlen: http://www.theisraelproject.org/site/apps/nlnet/content2.aspx?c=hsJPK0PIJpH&b=689705&ct=6479919

 

Hamas raubt Hilfsgüter

Die Hamas missbraucht die palästinensischen Zivilisten im Gaza-Streifen nicht nur als menschliche Schutzschilde; sie raubt ihnen auch das zum Leben Nötige und lässt damit ihr Image als soziale Bewegung hinter sich.

In den vergangenen Tagen häufen sich Berichte darüber, dass die Terrororganisation die humanitären Hilfslieferungen von internationalen Organisationen für sich requiriert. Offensichtlich rafft sie sich einen guten Teil all dessen, was in den Gaza-Streifen gelangt – einschließlich von Mehl, Medizin und Treibstoff. Waren, die eigentlich kostenlos an die palästinensische Zivilbevölkerung verteilt werden sollen, werden dann von der Hamas an die bedrängten Menschen verkauft. Am Montag bspw. überfiel sie mit Waffengewalt einen Hilfskonvoi, der am Übergang Kerem Shalom abgefertigt worden war.

(Yedioth Ahronot, 06.01.09)