Montag, 26.01.2009




Jerusalemer Astrophysiker entwickeln neue Theorie zur Entstehung von Galaxien

Kosmologen der Hebräischen Universität Jerusalem haben eine neue Theorie darüber aufgestellt, wie sich vor Milliarden von Jahren Galaxien im Universum gebildet haben. Sie widerspricht bisher gängigen Forschungspositionen.

Die neue Theorie wurde von der kosmologischen Forschungsgruppe unter Prof. Avishai Dekel erarbeitet und in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature veröffentlicht. Auf Grundlage fortgeschrittener astronomischer Observationen und hochmoderner Computer-Simulationen kommt sie zu dem Schluss, dass die Galaxien sich primär als Ergebnis intensiver kosmischer Strömungen von Kaltgas (v. a. Wasserstoff) geformt haben und nicht, wie bisher angenommen worden ist, in erster Linie aufgrund von galaktischen Verschmelzungen.


Spirale Galaxie (Foto: Hebrew University)

Die Forscher zeigen, dass diese Verschmelzungen nur geringen Einfluss auf die kosmologische Struktur des Universums, wie wir es kennen, hatten. Die Observationen wurden von Wissenschaftlern unter der Ägide von Prof. Reinhard Genzel vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik im bayerischen Garching durchgeführt, die mit den Forschern der Hebräischen Universität zusammenarbeiten.

Die Galaxien sind die Bausteine des Universums. Jede von ihnen enthält etwa 100 Milliarden leuchtender Sterne  - wie die Sonne -, die sich über etwa 50 000 Lichtjahre ausbreiten. Jede Galaxie ist in einen sphärischen Halo von dunkler Materie eingebettet, die zwar nicht gesehen, aber durch ihre massive Anziehungskraft ermittelt werden kann. Die exakte Natur dieser Materie ist noch immer unbekannt.

Weitere Informationen: http://www.huji.ac.il/cgi-bin/dovrut/dovrut_search_eng.pl?mesge123262053505872560

(Hebräische Universität Jerusalem, 20.01.09)