Dienstag, 27.01.2009




Antike Marmorbüste in Jerusalem gefunden

Bei Ausgrabungen der Israelischen Altertumsbehörde in der sog. Davidstadt (Ir David) am Rand der Jerusalemer Altstadt ist die Marmorbüste eines bärtigen Mannes gefunden worden.


Foto: Carla Amit/IAA

Wie die Ausgrabungsleiter Dr. Doron Ben Ami und Jana Chechnowitz mitteilen zeugt die Büste mit ihrer Genauigkeit bis ins kleinste Detail von einer außergewöhnlichen Kunstfertigkeit. Der kurz geschorene und gekräuselte Bart des Mannes sowie die leichte Rechtsneigung des Kopfes verweisen auf einen klaren griechischen Einfluss, der wiederum eine Datierung auf die Zeit des Kaisers Hadrian oder kurz danach nahe legt (2. bis 3. Jh. n. Chr.). Es handelt sich hier um eine Blütezeit der römischen Bildhauerei. Die gelbliche Farbe des Marmors lässt eine kleinasiatische Herkunft vermuten.

„Nach dem, was uns bekannt ist, ist bei Ausgrabungen in Israel bis heute noch kein Fund aus Marmor (oder irgend einem anderen Stein) gemacht worden, der sich mit dem nun entdeckten Bildnis vergleichen ließe, und so scheint es sich um einen einzigartigen Fund zu handeln“, meinen Ben Ami und Chechnowitz.

(Haaretz, 26.01.09)