Mittwoch, 04.02.2009




Westen besorgt über iranische Trägertechnologie

Die gestrige Nachricht aus dem Iran, dass die Islamische Republik einen neuen Satelliten ins All geschossen habe, hat im Westen große Besorgnis ausgelöst. Grund dafür ist vor allem die dafür notwendige Trägertechnologie, die auch für ballistische Raketen genutzt werden kann.

Der Sprecher des US-Außenministeriums Robert Wood sagte: „Das stellt für uns eine große Sorge dar.“ Pentagon-Pressesprecher Geoff Morrell teilte mit: „Dies ist sicherlich ein Grund für uns, besorgt zu sein über den Iran und seine andauernden Versuche zur Entwicklung eines ballistischen Raketenprogramms mit immer größerer Reichweite.“

Bill Rammell vom britischen Außenministerium bezeichnete die Vorgänge im Iran als „falsches Signal an die internationale Gemeinschaft“, und auch im französischen Außenministerium brachte man wachsende Besorgnis zum Ausdruck.

Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte nach dem Start des Satelliten die „offizielle Präsenz der Islamischen Republik“ im Weltraum verkündet.

Regierungsvertreter der USA, Russlands, Großbritanniens, Franreichs, Chinas und Deutschlands beraten am heutigen Mittwoch über den Atomkonflikt mit dem Iran. Es ist dies ihr erstes Treffen seit dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Barack Obama.

(Haaretz, 04.02.09)


Auch in Israel hat der iranische Satellitenstart für große Beunruhigung gesorgt. Generalmajor d. R. Isaac Ben-Israel, der frühere Leiter der Israelischen Raumfahrtbehörde, beschrieb die Problematik wie folgt: „Man braucht spezielle und zusätzliche Energie, um einen zwischen 30 und 50 Kilogramm schweren Satelliten in den Weltraum zu schicken. Sollte ihnen dies gelungen sein, dann wäre das Äquivalent innerhalb der Atmosphäre der Abschuss einer ballistischen Rakete mit einem eine Tonne schweren atomaren Sprengkopf bis nach Europa.“

Es sei, betonte Ben-Israel, also nicht der Satellit selbst, der alarmierend sei: „Er ist nur eine Box. Beunruhigend ist die anwachsende Fähigkeit zum Abfeuern ballistischer Langstreckenraketen.“

Der gegenwärtige Leiter der Israelischen Raumfahrtbehörde, Zvi Kaplan, hält die Berichte über den iranischen Satellitenstart für wahrheitsgetreu: „Wir sind nicht überrascht, denn im heutigen Informations- und Technologiezeitalter, und in Anbetracht von iranischen Wissenschaftlern, die im Ausland studieren, können sie diese Fachkenntnisse erwerben.“

(The Jerusalem Post, 04.02.09)