Dienstag, 10.02.2009




Die Suche nach dem Otter

Amit Dolev vom israelischen Naturschutzverband ist in einer ungewöhnlichen Mission unterwegs. Gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den Bestand einer in Israel immer seltener werdenden Tierart zu eruieren. Die Rede ist vom Otter.

Otter sind nicht nur für ihren schönen Pelz und ihre Klugheit bekannt, sondern auch für ihre Heimlichkeit, weswegen sie persönlich nur schwer anzutreffen sind. Dolev und die anderen israelischen Freunde des Otters freuen sich daher oft schon, wenn sie Exkremente des Säugetiers an Bach- und Flussläufen finden.

Bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts war der Otter in Israel weit verbreitet. Die Jagd durch Fischzüchter, das Überfahren durch Autos, die Luftverschmutzung und nicht zuletzt die Austrocknung von Brutstätten haben jedoch zu einem starken Rückgang der Population geführt. So schätzt man, dass im ganzen Land heute nur noch 100 Otter leben.

Der Otter wird von manchen Leuten mit der Nutria (Biberratte) verwechselt, die ihm ein klein wenig ähnlich ist. Diese ist jedoch anders als der der Familie der Marder zuzurechnende Otter ein Eindringling an Israels Wasserläufen; Pelzzüchter führten sie aus Südamerika ein, und heute übersteigt ihre Zahl die der Otter ums Vielfache. Dolev verwahrt sich gegen die Verwechslung der beiden Tiere: „Nutria? Das ist einfach eine Ratte“, sagt er abschätzig. „Sie weiß nicht, wie man Fische fängt, ist Gräser, und es kann sogar sein, dass sie ein Störfaktor für den Otter ist.“


Bach in Nordisrael

Immerhin gibt es inzwischen auch einige gute Nachrichten, was die Zukunft des israelischen Otters angeht: In der Yesreel-Ebene sind signifikante Aktivitäten von Ottern zu verzeichnen, und auch am Nahal Na’aman nahe Akko sind die Tiere wieder präsent.

(Haaretz, 09.02.09)