Mittwoch, 18.02.2009




Israelischer Araber übt Selbstkritik

Der israelische Araber Ali Zahalka, Schuldirektor aus Kfar Kara,  hat unmittelbar vor den Wahlen an seinen Bevölkerungssektor appelliert, sich an der Wahl zu beteiligen, aber nicht für die radikalen arabischen Parteien zu stimmen. Deren Rolle habe zu dem Erfolg Avigdor Liebermanns beigetragen, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits in den Umfragen abzeichnete.

„Die arabisch-israelische Führung drängt uns in einen antiisraelischen Radikalismus hinein. Dieser Extremismus erreichte einen Höhepunkt in den Sprechchören ‚Tod den Juden’ während der Operation Gegossenes Blei. Hier ist, was ich jenen Führern zu sagen habe: Seht euch an, was ihr getan habt!

Wir haben nicht aufgeschrieen angesichts der Raketenangriffe auf die Bewohner Südisraels, die seit Jahren vor sich gingen. Wir haben nicht aufgeschrieen angesichts des Leidens unserer Brüder in Gaza, die von der Hamas brutal unterdrückt werden. Aufgeschrieen haben wir hingegen ausgerechnet angesichts des Angriffs gegen das radikalste Element innerhalb der arabischen Welt.
Die arabisch-israelische Führung verbindet sich, Gott bewahre, nicht mit den gemäßigten arabischen Elementen wie Ägypten, Mahmoud Abbas’ Palästinensischer Autonomiebehörde oder Jordanien. Diese interessieren sie nicht.“

„Ich brauche nicht zu erklären, um was es sich bei der Hamas handelt. Die Ägypter und die Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde tun dies besser als ich. Sie fragen die Hamas, wie sie von Sieg sprechen können, da sie den Krieg gegen Israel – den sie gesucht und vorangetrieben hat – auf dem Rücken und mit dem Blut Tausender Palästinenser austrug, die getötet, verwundet oder ihres Hab und Guts beraubt wurden, während die Hamas-Führung in befestigten Bunkern oder in Damaskus saß.“

„Unsere Führung, die uns seit Jahre in einer Weise anführt, welche uns als Feinde des Staates Israels darstellt, und es gleichzeitig  versäumt, sich um die wirklichen Bedürfnisse der israelischen Araber zu kümmern, bittet nun wieder um unsere Stimme. Dabei interessieren wir unsere Führung etwa so sehr, wie die Bevölkerung Gazas die Hamas interessiert. Für diese Führung sind wir lediglich eine politisches Mittel, das ihr erlaubt, ihre schädigende Stimme immer wieder hörbar zu machen.“

(Yedioth Ahronot, 09.02.09)