Freitag, 20.02.2009




Iranische Urananreicherung alarmiert Experten

Der Iran hat wesentlich mehr Uran angereichert als bisher angenommen. UN-Vertreter teilten am Donnerstag mit, dass die Islamische Republik über mehr als eine Tonne verfüge, was bei weiterer Aufreinigung für eine Atombombe genüge.

Laut einem neuen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) haben deren Inspektoren um ein Drittel mehr niedrig angereichertes Uran im Iran gefunden, das bisher unterschlagen worden war. Unabhängige Nuklearexperten verliehen ihrer Überraschung darüber Ausdruck und kritisierten, dass die Atominspektoren nur einmal im Jahr die nuklearen Fortschritte im Iran überprüfen.

„Es ist schlimmer, als wir dachten“, sagte Gary Milhollin, Direktor des Wisconsin Project in Nuclear Arms Control in einem Interview. „Es ist alarmierend, dass die tatsächliche Produktion um ein Drittel unterschätzt worden sind.“

Der neue Bericht könnte sich auf den Umgang der neuen US-Regierung mit dem Iran auswirken. Zwar hat Präsident Barack Obama angekündigt, direkte Gespräche mit dem Iran über sein Atomprogramm führen zu wollen; dieser Prozess würde jedoch Monate dauern, während derer der Iran eifrig mit seiner Urananreicherung fortfahren könnte.

(The New York Times, 20.02.09)