Freitag, 20.02.2009




Neue Perspektiven für die Dattelernte

Die israelischen Dattelzüchter können aufatmen. Wissenschaftlern ist es gelungen, das Wachstum von Dattelpalmen zu hemmen und dadurch ihre Bewirtschaftung rentabler zu machen.

In zahlreichen Kibbutzim ist das natürliche Wachstum der Palmen von bis zu einem Meter pro Jahr zu einem schwerwiegenden Problem geworden. Ab einer bestimmten Höhe ist es oft nicht mehr möglich, mit den vorhandenen Erntekränen an die Baumkronen zu gelangen, weswegen überaus teure Neuanschaffungen nötig werden. Auch das Sicherheitsrisiko ist zu einem Faktor geworden, nachdem in der Vergangenheit bereits wiederholt Erntearbeiter verletzt worden oder gar tödlich verunglückt sind.

Die bisher angewandte Methode zur Lösung dieses Problems ist freilich auch nicht eben befriedigend: Meist ist man gezwungen gewesen, die hohen, aber unerklimmbaren Palmen auszureißen, obwohl sie noch reichlich Früchte trugen.

Im Rahmen einer vom israelischen Landwirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Studie wurde nun eine Möglichkeit entdeckt, die Wachstumsrate der Dattelpalmen durch den Einsatz wachstumshemmender Substanzen um bis zu 50% zu senken. Somit lassen sich zehn bis 15 Jahre länger Datteln ernten.

Datteln sind mittlerweile zu einem Hauptproduktionszweig der israelischen Landwirtschaft geworden und werden auf einer Nutzfläche von ca. 40 000 km² angebaut. Das Exportvolumen beläuft sich gegenwärtig auf mehr als 43 Millionen Euro jährlich.

(Haaretz, 19.02.09)